Die Stimme

Die Stimme - Was ein Ton bewirkt

Sie kommt aus dem tiefsten Inneren und ist der wichtigste Übermittler von Kommunikation – die Stimme. Die Stimme hat eine sehr wichtige Wirkung, vor allem im unterbewussten und psychologischen Bereich. Durch den Stimmklang kann man nicht nur auf äußere Charakteristika wie Geschlecht und Alter schließen, sondern oftmals interpretiert man basierend auf der Stimme auch Lebensstil, Durchsetzungsvermögen und Stimmung desjenigen, der spricht. Wer eine zittrige oder zerbrechliche Stimme hat, den hält man oft für schwächer und unsicherer als jemanden, der eine feste und tief tönende Stimme hat.

Allgemein scheinen tiefere Stimmen für viele einen souveräneren Eindruck zu hinterlassen, weshalb Männer bei Vorträgen oft einen kleinen Vorteil haben. Ihre Nervosität wird tatsächlich seltener enttarnt. Die Stimmhöhe oder Stimmfarbe lassen sich selten auf die Schnelle beeinflussen. Wer daran wirklich arbeiten möchte, dem bleibt die Möglichkeit, ein professionelles Stimmtraining bei einem Sprecher, Stimmtrainer oder Logopäden zu besuchen. Dort lernt man dann verschiedene Atemtechniken, die der Stimme zu einem tieferen Klang verhelfen können.
Doch auch wenn man nicht gleich ein Stimmtraining absolvieren möchte, gibt es einige wichtige Regeln, die man für das Bewerbungsgespräch befolgen sollte, um auch mit Stimme und stimmlichem Ausdruck zu punkten.

Darauf sollte man im Bewerbungsgespräch stimmlich achten

Es gibt einige Tipps und Tricks, die man sich für das Bewerbungsgespräch merken sollte. Auch wenn man nervös ist, ist es gut, sich daran zu halten, damit sich die Nervosität nicht auf die Stimme auswirkt. Dann wird sie nämlich vom Personaler oft auch gar nicht erkannt.

Regel Nummer 1: Ruhig sprechen

Wer schnell spricht, macht einen hektischen Eindruck. Auch das kann unsicher wirken, beziehungsweise führt oft zu einer etwas unangenehmen Gesprächsatmosphäre. Deshalb ruhig Zeitlassen beim Reden und die Gedanken ausformulieren, anstatt in ein aufgeregtes Plappern zu verfallen.

Regel Nummer 2: Klar und deutlich artikulieren. Wer in den eigenen Bart nuschelt, wirkt selten sonderlich motiviert und damit auch nicht sehr sympathisch. Deshalb – auch wenn es absurd klingt – immer „im Mund“ sprechen, weniger aus dem Hals heraus. Das klingt deutlicher.

Regel Nummer 3: In kurzen Sätzen sprechen

Wer kurze Sätze formuliert, der wird leichter verstanden und hat keine Schwierigkeiten mit der Atmung. Die Stimme wird nämlich dünn, wenn der Atem fehlt und das passiert bei langen Sätzen oft – am Ende des Satzes. Also kurz und knackig formulieren und regelmäßig atmen. Dabei am besten auch Füllwörter wie „äh, ähm und öh“ vermeiden.

Regel Nummer 4: Pausen nutzen

Wer in seinem Sprechen effektiv Pausen nutzt, vermittelt Sicherheit. Außerdem hat so der Gesprächspartner die Möglichkeit, sich seine eigenen Gedanken zu dem Gesagten zu machen. Durch Pausen kann man auch die Aussagen, die man machen möchte, betonen.

Regel Nummer 5: Das Gesagte sinnvoll betonen

Wer mit dem, was er sagt fesseln will, sollte seine Aussagen unterschiedlich betonen. Dadurch werden konzentrierte Aussagen möglich und der Redner kann die entscheidenden Informationen akzentuieren.

Regel Nummer 6: Wichtige Wörter langsamer aussprechen

Bei den wichtigsten Wörtern kann man sich leicht einmal verhaspeln, gerade wenn es sich um Fachtermini handelt. Deshalb ist es ratsam, wenn man sie durch eine etwas langsamere Aussprache betont. Auch sollte man sich bei der Formulierung und dem Fremdwortgebrauch nicht zu sehr verkünsteln. Wer sich dann im Satz verheddert, wirkt wie jemand, der etwas wollte, es aber nicht konnte. Und das ist unangenehm.

Regel Nummer 7: Die Stimmlage senken

Die Nervosität macht die Stimme höher. Deshalb sollte man versuchen, die Stimme zu senken. Das funktioniert, indem man regelmäßig in den Bauch atmet.

Regel Nummer 8: Den anderen ausreden lassen

Keine spezielle Regel zur Stimmlage, aber auf jeden Fall ebenso wichtig für eine angenehme Gesprächssituation ist es, auch nur dann das Wort zu ergreifen, wenn es einem erteilt wurde. Andere, vor allem den Vorgesetzten zu unterbrechen, ist dabei nicht ratsam. 

Darum ist die Stimme so entscheidend

Die Stimme ist ebenso Teil der Gesamtpräsentation wie das Outfit oder die Körperhaltung. Ob die Stimme heiser, rau, hell, quietschig oder eben voll und vereinnahmend klingt, kann Auswirkungen auf Sympathien und die Beurteilung der Fähigkeiten des Bewerbers haben. Deshalb ist es sehr gut, wenn man seine Stimme in einer wichtigen Bewerbungssituation kontrollieren kann. Wer einen „Frosch im Hals“ hat oder einen trockenen Hals, der wird in aller Regel etwas zu trinken in der Bewerbungsrunde vorfinden. Ebenso tragen eine aufrechte Körperhaltung und die Entspannung der Muskeln zu einer voll klingenden Stimme bei. Wenn man sich heiser fühlt, sollte man vermeiden, sich zu oft zu räuspern, denn das stört den Redefluss mehr als eine belegte Stimme.

Alles in allem klingt die Stimme oft natürlicher, wenn man sich nicht zu sehr auf den Klang konzentriert, sondern auf den Inhalt und auf eine gleichmäßige Atmung. Dadurch kommt die Entspannung dann nämlich ganz automatisch und man kann durch ein sicheres Auftreten punkten.

Dialekt im Bewerbungsgespräch

Wenn es um den Dialekt geht, gehen die Meinungen auseinander. Die einen finden Dialekte richtig sympathisch, die anderen sehen Dialekte als no-go an. Sie bauen durch Dialekte hervorgerufen sogar Vorurteile auf, was beispielsweise die Intelligenz betrifft. Dabei hat der Dialekt mit diesen Eigenschaften ja eigentlich überhaut nichts zu tun. Die Konnotation kann dennoch so aussehen.

Im Beruf gilt – Besser ohne Dialekt

Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte beim Vorstellungsgespräch also lieber auf den Dialekt verzichten. Vor allem in Gesprächen mit Kunden legen die Unternehmen eigentlich immer Wert darauf, Mitarbeiter zu haben, die Hochdeutsch beherrschen, da es einen seriöseren Eindruck macht. Manche Dialekte können für den anderen wie eine Fremdsprache wirken und vermitteln daher Distanz oder erschweren die Kommunikation im Gespräch. Und das ist natürlich nicht im Sinne des Unternehmens.

Was tun, wenn man Dialekt spricht?

Ein Dialekt kann manchmal störend sein, doch es ist oftmals gar nicht so einfach, ihn abzustellen. Gerade in Süddeutschland und in Ostdeutschland haben die Bewohner es oft schwer, ihren Dialekt abzulegen, auch in Situationen, in denen sie selbst lieber Hochdeutsch sprechen würden. Da bietet es sich dann oft eher an, zu seinem Dialekt zu stehen, als gekünsteltes Hochdeutsch zu sprechen. Wer von Klein auf Dialekt gesprochen hat, braucht oft mehrere Jahre, um diesen Einschlag abzulegen. Und das funktioniert auch nur, wenn man während dieser Zeit in einer anderen Gegend wohnt und durch das ständige Hören des Hochdeutschen im Laufe der Zeit den Sprachgebrauch anpasst und den Dialekt ablegt. Das perfekte Hochdeutsch wird ja bekanntlich in der Nähe von Lüneburg gesprochen.

In wichtigen Fällen – man möchte zum Beispiel Moderator, Schauspieler oder Politiker werden – hilft nur ein professionelles und intensives Sprechtraining, um den Dialekt abzulegen. Oft wird den Schülern dann empfohlen, sich die Nachrichten aufzuzeichnen – da dort perfektes Hochdeutsch gesprochen wird– und die Sätze dann nachzusprechen. Es ist auch wichtig, sich bewusst zu machen, in welchen Fällen sich der Dialekt von der Hochsprache genau unterscheidet. Vielerorts schleichen sich nämlich sogar grammatikalische Fehler ein, die man aber bereits durch die bewusste Verwendung der Sprache vermeiden kann.

Dialekt kann auch sympathisch sein

Um den Dialekt nicht komplett zu verteufeln – natürlich gibt es regional auch Anlässe, zu denen der Dialekt gefragt sein kann. Denn im Gegensatz zu denjenigen Menschen, die den Dialekt nicht beherrschen und gegenüber denen er somit oft Distanz ausdrückt, vermittelt er denen, die denselben Dialekt sprechen eher Nähe. In kleinen und mittleren Unternehmen, die in die Region eingegliedert sind, wird Dialekt daher gerne gesehen. Auch Filialen von größeren Firmen wie Banken und Sparkassen stellen in der Kundenbetreuung speziell Mitarbeiter mit Dialekt ein, da dies bei den Kunden gern gesehen ist.

Und auch außerhalb der Region: Ein kleiner Einschlag macht meist keine Probleme. Denn für viele wirkt ein leichter Dialekt vertrauenswürdig und sympathisch.

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