Das Zweitstudium

Gründe, Möglichkeiten, Karriereoptionen

Du bist Bachelor, fühlst dich gut und allwissend, aber das reicht dir noch nicht? Du willst weiter studieren, deine Fähigkeiten ausbauen und einen weiteren Bachelor absolvieren? Das alles ist kein Problem und einfach über den Weg des Zweitstudiums anzugehen.

Voraussetzungen

Um ein Zweitstudium zu beginnen musst du deinen Abschluss samt Abschlusszeugnis in der Tasche haben. Eine Auskunft über deinen vorläufigen Durchschnitt und das Datum deines vorrausichtlichen Studienabschlusses sind nicht ausreichend. Solange du immatrikuliert bist und aktiv studierst bewirbst du dich wie für dein erstes Studium: Dein NC entscheidet in zulassungsbeschränkten Studiengängen über deine Chancen, angenommen zu werden.    

Zulassungsverfahren

Bewirbst du dich für ein Zweitstudium werden verschiedene Faktoren in deine Bewerbung mit einbezogen. Dein NC zählt nicht mehr. Es gibt eine Art Punktesystem, bei dem verschiedene Werte für deine Abschlussnote vom Studium (1-4 Punkte), ein Motivationsschreiben und die Beweggründe des Zweitstudiums (in dieser Kategorie können zwischen 1 und 11 Punkten erreicht werden) ermittelt werden. Die einzelnen Werte ergeben eine Gesamtpunktzahl, mit der du dich bewirbst. Die Plätze werden dann wie bei den zulassungsbeschränkten Erst-Studiengängen verteilt: Derjenige mit der höchsten Punktzahl kriegt zuerst einen Platz, der mit der niedrigsten zuletzt, oder je nach Andrang gar keinen mehr. Insgesamt werden an vielen Universitäten 3% der Studienplätze für Zweitstudenten reserviert.

Besonderheiten

Wenn deine Bewerbung für das  Zweitstudium erfolgreich war, unterscheidest du dich nicht mehr von Erststudenten. Du musst die gleichen Leistungen wie deine Kommilitonen erbringen, hast aber die Möglichkeit, bereits erbrachte Leistungen durch das Prüfungsamt anerkennen zu lassen. Dieses entscheidet in jedem Einzelfall individuell über die Anerkennung oder Ablehnung des Antrags.

Ein Unterschied im Zweitstudium im Vergleich zum Erststudium stellt die Finanzierung des Studiums dar. Für Zweitstudenten gibt es kein BAföG. Deswegen solltest du dir im Vorhinein Gedanken machen, ob du dir ein weiteres Studium finanzieren kannst.

Ein Zweitstudium erfordert zudem viel Disziplin. Da du bereits einen Abschluss hast, könntest du schnell in Versuchung geraten, diesen zu nutzen und einer Arbeit nachzugehen. Dagegen spricht natürlich nichts. Allerdings wäre es ärgerlich mit diesem Schritt bis zum dritten Semester des Zweitstudiums zu warten und dann alles hinzuschmeißen.

Strebst du beides an, Karriere und ein weiteres Studium, lässt sich dies über ein Teilzeitstudium lösen. Viele Fernuniversitäten bieten spezielle Modelle für diesen Weg an. Aber auch an einer Präsenzuni kannst du häufig weniger Kurse belegen und nebenbei arbeiten. An dieser Stelle ist besonders viel Selbstdisziplin verlangt. Allerdings wird man sich kaum ein Zweitstudium aufbürden, wenn man sich nicht brennend für das Fach interessiert und dadurch allein genug Motivation empfindet, es durchzuziehen. 

Fazit

  • Ein Zweitstudium erfordert Ehrgeiz, kann aber in manchen Fällen sehr karrierefördernd sein und der Entwicklung weiterer Fähigkeiten dienen. Der Erfolg einer Bewerbung für ein solches Studium hängt von deiner Abschlussnote des bisherigen Studiengangs und deinen Beweggründen ab. Bei einem Zweitstudium erhältst du kein BAföG. Ein Zweitstudium ist kein Zeitverlust, wenn du es unbedingt machen willst und großes Interesse an einer weiteren Fachrichtung hast.

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