Was ist eine Elitehochschule?

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Kurzgesagt:

Der Artikel befasst sich mit dem Konzept der Eliteuniversitäten und deren Entwicklung in Deutschland. Während internationale Spitzen-Unis oft über extrem hohe Studiengebühren oder exklusive Netzwerke (Funktionseliten) definiert werden, basiert das deutsche Modell primär auf der staatlichen Exzellenzinitiative. Diese fördert Universitäten in den Bereichen Forschung (Exzellenzcluster), Nachwuchsausbildung (Graduiertenschulen) und langfristige Strategie (Zukunftskonzepte). Trotz der Millionen-Förderungen bleibt das System in der Kritik, da es den Leistungsdruck erhöht und Fragen zur Chancengleichheit im Rahmen des deutschen Sozialstaatsgebots aufwirft.

Der Begriff „Elite“ löst in der deutschen Bildungslandschaft oft gemischte Gefühle aus. Während Spitzenuniversitäten wie Harvard oder Oxford im Ausland seit Jahrhunderten als Karriereschmieden für die obersten Führungsetagen gelten, setzte Deutschland lange auf eine gleichmäßige Förderung aller Hochschulen. Doch der internationale Wettbewerb schläft nicht. Mit der Exzellenzinitiative hat sich auch hierzulande ein System etabliert, das Spitzenforschung belohnt und bestimmte Standorte zu „Leuchttürmen“ der Wissenschaft macht. Doch was bedeutet es eigentlich, an einer solchen Eliteuni zu studieren, und wie unterscheidet sich das deutsche Modell vom Rest der Welt?

Studieren an einer Eliteuniversität

Die Bezeichnung “Eliteuniversität” ist vor allem im angloamerikanischen Raum oder in Frankreich bekannt. Doch zeitgleich mit der Bologna-Reform wurden auch in Deutschland bestimmte Förderprogramme auf den Weg gebracht, die den besten deutschen Universitäten besondere Fördergelder zukommen lassen sollen.

Zur allgemeinen Begrifflichkeit

Eigentlich zeichnen sich Eliteuniversitäten im Ausland durch bestimmte und hohe Zugangsvoraussetzungen aus. Diese können entweder

  • Ein exzellenter Schulnotenschnitt oder spezielle Auswahlverfahren der Hochschule sein.

  • Die Auswahl einer Funktionselite fördern: Absolventen dieser Universitäten bekommen sicheren Zugang zu Führungspositionen in der Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik.

  • Oder die Zulassung sozialökonomischer Eliten fördern: Beispielsweise durch sehr hohe Studiengebühren, die für normale Bürger fast unmöglich bezahlbar sind.

Durch spezielle Rankings wird regelmäßig ein weltweiter Vergleich bezüglich der Forschungsleistung der Universitäten vorgenommen, die zum Beispiel an der Anzahl der Publikationen und Zitationen gemessen wird. Allerdings ist es erfahrungsgemäß sehr schwierig, diese mit der notwendigen Objektivität vorzunehmen. Zudem sind die genauen Ergebnisse, die eine Universität erzielt, nicht öffentlich einsehbar.

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Eliteuniversitäten in Deutschland

Bis zur Exzellenzinitiative gab es in Deutschland keine Eliteuniversitäten in diesem Sinne, was vor allem am deutschen Hochschulsystem liegt. Hierzulande muss jedem Inhaber der Allgemeinen Hochschulreife Zugang zu einer universitären Ausbildung gewährt werden. Deshalb können Studenten nur dann an ihrer Leistung gemessen zugelassen werden, wenn die Nachfrage größer als das Angebot ist. Auch kann keine Aussage über die Ausbildung bestimmter Funktionseliten getroffen werden, da dies das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes verletzen würde. Grundsätzlich kann in Deutschland jeder das studieren, was er möchte. Wobei natürlich bei schlechteren Abiturnoten mit einer längeren Wartezeit zu rechnen ist.

Trotzdem konnten die Unirankings auch in Deutschland Universitäten ausmachen, die überdurchschnittlich gute Ergebnisse für die Forschung und Wissenschaftsausbildung erzielen konnten. Zusätzlich erlauben die Masterstudiengänge es den Universitäten, eigene Zulassungsvoraussetzungen zu formulieren. Das ermöglicht eine Auswahl nach der Leistung der Bachlelorabsolventen.

So funktioniert die Exzellenzinitiative

2005/2006 ins Leben gerufen soll diese Initiative der Bundesregierung die deutsche Hochschullandschaft in besonderem Maße fördern. Das Förderprogramm unterteilt sich dabei in drei Linien

  • Exzellenzcluster:

    Ein Standort wird besonders gefördert, wenn er nicht nur einen Themenbereich der Forschung in den Vordergrund stellt, sondern einen weiteren Themenkomplex. Wissenschaftler der unterschiedlichen Bereiche arbeiten gemeinsam an einem für die weltweite Wissenschaft relevanten Projekt.

  • Graduiertenschule:

    Hier steht die Ausbildung von Doktoranden im Vordergrund. Diesen sollen eine perfekte Betreuung und ideale Rahmenbedingung für ihre Forschungen in einem breit angelegten Wissenschaftsgebiet zuteil werden.

  • Zukunftskonzepte:

    Es geht um die langfristige Entwicklung der Universität, also welche Ziele gesteckt werden und wie diese erreichbar gemacht werden. Die Bewerbung für diese Förderlinie setzt voraus, dass bereits mindestens ein Exzellenzcluster sowie eine Graduiertenschule am Standort vorhanden sind.

Universitäten, die Gelder aus dieser letzten Förderlinie bekommen, sind allgemein als Eliteuniversitäten bekannt und werden mit Fördergeldern für ihre Forschung und Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern in mehrstelliger Millionenhöhe belohnt. 

Fazit

Die deutsche Exzellenzinitiative ist ein Balanceakt zwischen dem Anspruch auf Weltklasse-Forschung und dem Ideal der Bildungsgerechtigkeit. Für Studierende bietet ein Aufenthalt an einer solchen Universität zweifellos erstklassige Bedingungen und eine Nähe zur Spitzenforschung, die ihresgleichen sucht. Gleichzeitig zeigt die Debatte, dass Elite-Förderung auch Schattenseiten hat – insbesondere den hohen Selektionsdruck beim Übergang vom Bachelor zum Master. Letztlich muss jeder für sich entscheiden, ob der prestigeträchtige Name der Universität den potenziell härteren Wettbewerb im Studienalltag wert ist.

Der Begriff ist in Deutschland nicht rechtlich geschützt. Man bezeichnet damit jedoch umgangssprachlich jene Universitäten, deren Zukunftskonzepte im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder ausgezeichnet und gefördert werden.

Formell sind die Abschlüsse gleichwertig. In der Praxis können der Ruf der Universität und die exzellente Forschungsausstattung jedoch Vorteile beim Berufseinstieg in Spitzenpositionen oder in der Wissenschaft bieten.

Nein. Da das deutsche Hochschulsystem staatlich finanziert ist und dem Sozialstaatsgebot unterliegt, fallen an staatlichen Exzellenz-Unis keine höheren Studiengebühren an als an anderen öffentlichen Hochschulen.

Sie muss sich in einem wettbewerblichen Verfahren beweisen, indem sie herausragende Forschungsprojekte (Cluster) und strukturierte Doktorandenprogramme (Graduiertenschulen) vorweist und ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Zukunft vorlegt.

Kritiker bemängeln den enormen Leistungsdruck. Oft schaffen es selbst gute Bachelor-Absolventen einer Eliteuni aufgrund der hohen internen Anforderungen nicht in den dortigen Master-Studiengang.

Bild von jobmensa Redaktion

jobmensa Redaktion

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