Inhaltsverzeichnis
Kurzgesagt:
Das Thema Gehaltsvorstellung ist ein zentraler Bestandteil vieler Bewerbungsverfahren und erfordert eine präzise Selbsteinschätzung. Während Abweichungen von mehr als 20 % nach oben oft zum Ausschluss führen, wird auch ein zu niedriges Gebot als mangelnde Informiertheit gewertet. Berufseinsteiger sollten sich am Branchenstandard orientieren, während Berufserfahrene bei einem Wechsel oft 10 bis 15 % auf ihr aktuelles Gehalt aufschlagen können. Der Artikel empfiehlt, die Gehaltsangabe konkret und selbstbewusst am Ende des Anschreibens zu platzieren oder – falls die Details der Stelle noch unklar sind – die Verhandlung charmant auf das persönliche Gespräch zu vertagen.
- Marktwert-Recherche: Vor der Bewerbung ist der Vergleich über Online-Portale und das persönliche Netzwerk unerlässlich, um realistische Durchschnittswerte zu ermitteln.
- Vermeidung von Extremen: Zu hohe Forderungen (über 20 % Abweichung) führen zur Aussortierung, während zu niedrige Gebote die eigene Kompetenz untergraben.
- Strategische Platzierung: Gehaltswünsche gehören an das Ende des Anschreibens. Werden sie in der Anzeige gefordert, dürfen sie keinesfalls ignoriert werden, um Sorgfalt zu beweisen.
Über Geld spricht man nicht? In der Bewerbungsphase gilt das Gegenteil. Die Frage nach der Gehaltsvorstellung ist für viele Absolventen die psychologisch größte Hürde im gesamten Prozess. Wer zu hoch pokert, wirkt arrogant oder unrealistisch; wer zu tief stapelt, verkauft sich unter Wert und signalisiert mangelnde Marktkenntnis. Die richtige Einschätzung des eigenen Marktwertes ist daher kein Glücksspiel, sondern das Ergebnis einer soliden Recherche. In diesem Beitrag erfährst du, wie du die „goldene Mitte“ triffst und deine Forderung so im Anschreiben platzierst, dass sie Souveränität und Professionalität ausstrahlt.
So schätzt du dich selbst richtig ein!
Oft wollen Unternehmen bereits im Bewerbungsverfahren eigene Gehaltsvorstellungen erfahren. Für viele junge Absolventen ist das die größte Herausforderung bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen. Wie viel Geld wäre angebracht? Welcher Lohn wird deinen Qualifikationen und Fähigkeiten gerecht und mit welchen Gehaltsvorstellungen machst du einen schlechten Eindruck? Wir verraten es dir!
Tief stapeln oder hoch pokern?
Eine Faustregel besagt: Wer sich mehr als 20 Prozent über dem branchenüblichen Gehalt ansiedelt, wird aussortiert. Denn eine solche Gehaltsforderung gilt als unangemessen.
Was viele nicht wissen: Auch wer sich zu niedrig einschätzt, fliegt oft raus. Viele Personaler drücken zwar noch bis etwa 40 Prozent unter Wert ein Auge zu, vor allem bei Berufsanfängern, aber wer sich zu billig verkauft, gilt letzten Endes als schlecht informiert.
Als Berufsanfänger solltest du es normalerweise vermeiden, dich merklich über den Durchschnitt einzustufen. Gegenüber Mitbewerbern, die schon länger in der Branche unterwegs sind, ist es nämlich einer deiner Vorteile, dass du dich noch nicht in den obersten Gehaltsregionen aufhältst. Dafür, dass du einfach etwas weniger Erfahrung mitbringst und dir im Gegenzug hoffentlich etwas mehr Einarbeitungszeit zusteht. Informiere dich bei einschlägigen Online-Portalen über den Marktwert der Position, für die du dich bewirbst oder frage Bekannte, die bereits im Berufsleben stehen, beziehungsweise Studienkollegen, die in ähnliche Positionen eingestiegen sind. Mit der Goldenen Mitte kannst du grundsätzlich nicht viel falsch machen.
Wenn du bereits im Berufsleben stehst, ist ein höheres Gehalt ein Anreiz für den Jobwechsel. Mit einer Gehaltsvorstellung, die zehn bis fünfzehn Prozent über deinem aktuellen Gehalt liegt, steigst du eine Karrierestufe auf.
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Der richtige Platz für deine Gehaltsvorstellung
Der richtige Platz für deine Gehaltsvorstellung ist am Ende deines Anschreibens. Dort formulierst du ihn, bevor du dich abschließend hoffnungsfroh zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch äußerst. Viele Bewerber ziehen in Erwägung, die Gehaltsvorstellungen einfach wegzulassen.Werden diese in der Anzeige explizit gewünscht, solltest du dich dazu jedoch nicht hinreißen lassen – denn das wirkt dann so, als hättest du die Anzeige nicht richtig gelesen. Formuliere, wenn du dich absolut nicht äußern willst, lieber einen Satz dazu, dass du über deine Gehaltsvorstellungen gerne in einem persönlichen Bewerbungsgespräch verhandelst.
Formulierung deiner Gehaltsvorstellung
Du kannst deine Gehaltsvorstellung einerseits ganz knapp formulieren: „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei x Euro brutto im Jahr.“, andererseits aber auch noch mal deine Qualifikationen in die Waagschale werfen, in etwa: „Meinen Qualifikationen und Kenntnissen entsprechend empfinde ich ein Gehalt von x Euro für angemessen.“ Grundsätzlich gilt: Formuliere deine Gehaltsvorstellung konkret und selbstbewusst. Wer sich unsicher ist, kann auch eine Gehaltsspanne angeben, muss dann aber davon ausgehen, dass sich der Personaler im Bewerbungsgespräch dem unteren Rand annähern wird.
Schließlich kannst du die Gehaltsverhandlung auch wie oben genannt vertagen und zwar mit einer Formulierung wie: „Weitere Informationen zu meinen Fähigkeiten und Qualifikationen sowie zum Gehalt erläutere ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.“Auf diese Formulierung kannst du zum Beispiel dann zurückgreifen, wenn du resultierend aus der Anzeige noch keine Vorstellung hast, welche Aufgaben und welche Verantwortung dich bei der neuen Stelle erwarten werden.
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Fazit
Die Angabe deiner Gehaltsvorstellung ist kein notwendiges Übel, sondern deine erste Chance zur Honorarverhandlung. Sie ist ein Test deiner Recherchekompetenz und deines Selbstbewusstseins. Wer den Durchschnitt seiner Branche kennt und diesen klar kommuniziert, zeigt dem Personaler, dass er seinen eigenen Wert versteht und sich professionell vorbereitet hat. Denke daran: Dein Einstiegsgehalt ist die Basis für alle zukünftigen Erhöhungen. Sei also mutig genug, faire Konditionen zu fordern, aber bleibe realistisch, um dir die Tür zum Vorstellungsgespräch nicht selbst zuzuschlagen.
1. Soll ich das Gehalt weglassen, wenn ich mir unsicher bin?
Nur wenn es in der Anzeige nicht explizit gefordert wird. Wird ein Gehaltswunsch verlangt, wirkt das Weglassen so, als hättest du die Anzeige nicht aufmerksam gelesen.
2. Sind Gehaltsspannen (z. B. 40.000 € – 45.000 €) sinnvoll?
Sie signalisieren Flexibilität, bergen aber das Risiko, dass der Arbeitgeber sich automatisch am unteren Ende orientiert. Eine konkrete Zahl wirkt oft entschlossener.
3. Bezieht sich die Angabe auf das Monats- oder Jahresgehalt?
In Deutschland wird in der Regel das Brutto-Jahresgehalt angegeben. Dies schließt Urlaubs- und Weihnachtsgeld mit ein.
4. Was mache ich, wenn ich die Verantwortung der Stelle noch nicht einschätzen kann?
Nutze eine Formulierungs-Variante, die die Gehaltsverhandlung auf das persönliche Gespräch vertagt, in dem die Details der Aufgabe geklärt werden können.
5. Wie viel mehr kann ich bei einem Jobwechsel verlangen?
Eine Steigerung von 10 bis 15 % im Vergleich zum aktuellen Gehalt gilt als marktüblich und rechtfertigt den Karriereschritt.
jobmensa Redaktion
jobmensa Redaktion
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