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Die Bewerbung auf Englisch
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Kurzgesagt:
Eine Bewerbung für den englischsprachigen Raum unterscheidet sich grundlegend von deutschen Standards. Das Paket besteht typischerweise aus einem einseitigen Cover Letter und einem ebenfalls einseitigen Resume. Im Fokus steht die extreme Verdichtung von Informationen: Kurze, knackige Sätze und eine klare Erfolgs- statt reiner Positionsbeschreibung sind Pflicht. Besonders wichtig ist der Aspekt der Anonymität in den USA – persönliche Daten wie Fotos, Alter oder Familienstand sind strikt tabu, um Diskriminierung vorzubeugen. Statt Zeugnissen werden meist Referenzen angeboten, die auf Anfrage nachgereicht werden können.
- Radikale Kürze: Personaler entscheiden oft in nur 15 Sekunden über eine Bewerbung. Ein Anschreiben und ein Lebenslauf auf jeweils maximal einer Seite sind der Standard.
- Anti-Diskriminierung: In den USA führen persönliche Angaben (Foto, Geburtsdatum, Herkunft) oft zur sofortigen Aussortierung, um rechtliche Risiken für das Unternehmen zu vermeiden.
- Erfolgsfokussierung: Im Resume zählen nicht nur die Titel der Positionen, sondern konkrete Tätigkeiten, Projekte und messbare Erfolge, die das individuelle Profil schärfen.
Der Schritt auf das internationale Parkett beginnt meist mit einem Dokument: der englischsprachigen Bewerbung. Doch wer glaubt, mit einer bloßen Übersetzung seines deutschen Lebenslaufs ans Ziel zu kommen, unterschätzt die kulturellen Feinheiten des angelsächsischen Arbeitsmarktes. In den USA und Großbritannien gelten völlig andere Regeln bezüglich Kürze, Inhalt und vor allem Diskriminierungsfreiheit. Während in Deutschland Ausführlichkeit geschätzt wird, zählt im englischsprachigen Raum die radikale Verknappung auf das Wesentliche. Wir zeigen dir, wie du den „Cover Letter“ und das „Resume“ so gestaltest, dass sie im 15-Sekunden-Check der Personaler bestehen.
Mit welchen Formulierungen du überzeugst
Du willst dich in den USA, in Großbritannien oder bei einem anglophonen Unternehmen, das in Deutschland ansässig ist, bewerben? Dann musst du deine Bewerbung natürlich auch auf Englisch formulieren. Das bedeutet aber nicht, dass du einfach deine deutschsprachige Bewerbung übersetzt! Die Bewerbungen im englischsprachigen Raum unterscheiden sich von unseren Bewerbungen in Deutschland in einigen Punkten.
Folgende Elemente und Aspekte sollte deine Bewerbung auf Englisch beinhalten bzw. berücksichtigen, damit du einen guten Eindruck hinterlässt:
Das Anschreiben: Cover Letter
Den Lebenslauf: Resume
Referenzen
Die Formatierung
Wichtige Vokabeln
Das Anschreiben: Cover Letter
Studien haben ergeben, dass amerikanische Arbeitgeber gerade einmal 15 Sekunden Zeit für eine neue Bewerbung verwenden. Wenn sie sie dann nicht überzeugt hat, landet sie im Mülleimer. Für dich bedeutet das: Formuliere kurz und knackig! Eine englische Bewerbung besteht normalerweise aus einem einseitigen Cover Letter und einem einseitigen Resume. Ende.
Der Cover Letter ist vergleichbar mit dem deutschen Anschreiben. In drei bis vier Sätzen solltest du auf den Punkt bringen, für welche Stelle du dich warum bewirbst und weshalb gerade du in der ausgeschriebenen Position überzeugen kannst.
Im ersten Absatz teilst du dem Leser mit, warum du ihn abschreibst: Dazu gehört die Angabe der Position, auf die du dich bewirbst und warum du dich für diese Stelle und für diese Firma interessierst. Beweise an dieser Stelle, dass du dich über das Unternehmen informierst hast. Und vermeide Floskeln wie „I’m applying for the job I saw on your website.“ Steige zum Beispiel damit ein, was du der Firma zu bieten hast: „I am inspired to pursue my computer engineering interests at your company due to its reputation as a young and innovative start-up.“
Im zweiten und dritten Absatz erklärst du, warum du der oder die Richtige für die Stelle bist und mit welchen Erfahrungen und welcher Kompetenz du dich in dem Unternehmen einbringen könntest.
Bedanke dich im Schlussabsatz für die Aufmerksamkeit, die der Leser deiner Bewerbung entgegengebracht hat und verweise auf dein angehängtes Resume.
Der Lebenslauf: Resume
Wie oben erwähnt soll sich der Bewerber auch im Resume kurzfassen. Angeführt werden nur Informationen, die für die Position, für die du dich bewirbst von Interesse sind. Wo du dein Abitur gemacht hast kannst du also ebenso weglassen wie persönliche Informationen, die insbesondere bei Bewerbungen in den USA schon aus rechtlichen Gründen tabu sind: Aufgrund von Geschlecht, Größe, Gewicht, Familienstand oder ethnischer Herkunft darf dort nämlich niemand eingestellt werden. Wenn du in deinen Lebenslauf schreibst, ob du Kinder hast oder ein Foto anfügst, kann deine Bewerbung ebenfalls gleich aussortiert werden.
Leite dein Resume mit einem Satz zu deiner Kompetenz ein, also zum Beispiel, welchen Abschluss du gerade absolviert hast oder welche Position du gerade in welchem Unternehmen innehast. Als Berufsanfänger hast du es in den USA übrigens sehr schwer, bewirb dich also vielleicht erst um ein Praktikum, um Erfahrungen sammeln zu können.
Nach der Einleitung fasse deine Berufserfahrungen zusammen. In der englischen Bewerbung solltest du dabei weniger auf die Position eingehen, als vielmehr auf Tätigkeiten und Projekte. Beschreibe, was du gemacht hast, beschreibe deine Erfolge. Nenne auch selbstbewusst deine Talente und Stärken.
Nach einer achronologischen Auflistung deiner Anstellungen folgen deine Ausbildungsdaten. Ebenfalls achronologisch, das heißt du beginnst mit dem aktuellsten Abschluss – bei Bewerbungen auf Englisch immer.
Besondere Qualifikationen, Themen von Diplomarbeiten oder Noten kannst du benennen, wenn sie in direktem Zusammenhang mit der angestrebten Stelle stehen; aber nur dann.
Zum Abschluss folgt ein Abschnitt mit allen sonstigen Angaben. Hier bist du relativ frei. Gib Zusatzqualifikationen wie Sprachen an, nenne Ehrenämter oder Preise und Auszeichnungen, die du erhalten hast. Soziales Engagement ist in den USA gern gesehen!
Referenzen
Es ist im englischsprachigen Raum nicht üblich der Bewerbung Zeugnisse beizulegen. Stattdessen kannst du am Ende deines Lebenslaufs anbieten, die Referenzen bei Bedarf nachzureichen: „References available on request.“ Ob es noch zeitgemäß ist, zwei Referenzpersonen, wie zum Beispiel Professoren oder Mentoren anzugeben, bei denen sich der Personaler über dich erkundigen kann, darüber scheiden sich die Geister. Als Berufsanfänger ist das für dich eher nicht relevant.
Im englischsprachigen Raum hat ein Arbeitszeugnis allgemein mehr Gewicht als ein Abschlusszeugnis. Deshalb denke immer dran, dir bei Jobs und Praktika Zeugnisse ausstellen zu lassen. Vorerst kannst du sie selbst übersetzen, bzw. einen Muttersprachler um Hilfe bitten. Wird ein offizielles Zeugnis angefordert, muss das Arbeitszeugnis auch offiziell übersetzt und beglaubigt werden.
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Die Formatierung
Für das Format gilt: Der Trend geht zur Verknappung. Am liebsten sind den Personalern einseitige Anschreiben und Lebensläufe. Nur in Ausnahmefällen, wenn es um Spitzenpositionen geht, darf ein Lebenslauf auch mal zwei Seiten haben.
Als Schriften werden Arial und Times New Roman bevorzugt, die Schriftgröße darf nicht kleiner als 10 pt sein.
Dein Englisch sollte tadellos sein. Lass deine Bewerbung also auf jeden Fall von einem Muttersprachler gegenlesen, bevor du sie abschickst.
Vokabeln
Cover Letter – Anschreiben
Resume – Lebenslauf
Qualification Summary – Kompetenzprofil
Career Objective / Objective – Karriereaussicht/angestrebtes Ziel
Work Experience / Professional Experience – Berufserfahrung
Education – Ausbildungsstationen
Skills/activities/hobbies – Sonstige Aktivitäten/Fähigkeiten
References – Professoren/Mentoren/Berater, die über dich Auskunft geben können
Dear Mr. / Ms. – Anrede im Bewerbungsschreiben
Sincerely yours – Abschluss im Bewerbungsschreiben
Enclosure: Resume – Anhang: Lebenslauf
Area of expertise – Fachgebiet
communication skills – Kommunikationsfähigkeit
good interpersonal skills – hohe soziale Kompetenz
negotiation skills – Verhandlungsgeschick
analytical skills – analytische Fähigkeiten
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Fazit
Eine Bewerbung auf Englisch ist deine Visitenkarte für eine globale Karriere. Sie verlangt von dir die Fähigkeit, deine Stärken ohne falsche Bescheidenheit, aber mit maximaler Präzision auf den Punkt zu bringen. Wer die formalen Hürden – wie den Verzicht auf persönliche Daten und die Beschränkung auf jeweils eine Seite – meistert, beweist bereits eine wichtige interkulturelle Kompetenz. Denke daran: Dein Englisch muss fehlerfrei sein, denn kleine Patzer können den professionellen Eindruck schnell trüben. Mit einem Fokus auf Erfolge statt nur auf Stationen steht deinem internationalen Abenteuer nichts mehr im Weg.
1. Sollte ich ein Bewerbungsfoto mitschicken?
Nein, im englischsprachigen Raum (insbesondere in den USA) ist ein Foto im Lebenslauf absolut unüblich und kann dazu führen, dass deine Bewerbung aus Datenschutz- und Antidiskriminierungsgründen sofort gelöscht wird.
2. Was ist der Unterschied zwischen Lebenslauf und Resume?
Das Resume ist eine stark gekürzte, auf die Stelle zugeschnittene Zusammenfassung deiner wichtigsten Stationen. Ein deutsches Curriculum Vitae (CV) ist oft detaillierter und länger, was im angelsächsischen Raum meist abgelehnt wird.
3. Muss ich meine Schul- und Arbeitszeugnisse direkt mitschicken?
Nein, das ist unüblich. Verwende stattdessen den Satz „References available on request“. Erst wenn der Arbeitgeber Interesse zeigt, reichst du (ggf. beglaubigte) Übersetzungen nach.
4. Was bedeutet „achronologische Auflistung“?
Das bedeutet, dass du bei deinen Berufs- und Ausbildungsstationen mit der aktuellsten Tätigkeit beginnst und dich dann zeitlich rückwärts arbeitest (das sogenannte amerikanische Modell).
5. Sind Hobbys und Ehrenämter wichtig?
Ja, besonders in den USA wird soziales Engagement („Volunteering“) sehr geschätzt und kann ein fehlendes Quäntchen Berufserfahrung bei Einsteigern wettmachen.
jobmensa Redaktion
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