Das Gap Year

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Kurzgesagt:

Ein Gap Year ist ein bewusst gewähltes Orientierungsjahr zwischen zwei Lebensabschnitten. Es dient dem Durchatmen, der Selbsterkenntnis und der praktischen Erfahrung. Der Artikel zeigt vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten auf: von Auslandsaufenthalten (Au-Pair, Work and Travel, Volunteering) zur Förderung der Selbstständigkeit und Sprachkompetenz bis hin zu praktischen Erfahrungen im Inland (FSJ, FÖJ oder Praktika). Auch das „Schnupperstudium“ durch den Besuch verschiedener Vorlesungen wird als Orientierungshilfe empfohlen. Ein Gap Year wird heute von Arbeitgebern geschätzt, da es Reife und Eigeninitiative signalisiert.

Das Zeugnis in der Hand, die Freiheit vor der Tür – und plötzlich die große Leere im Kopf? Der Übergang von der Schule in den „Ernst des Lebens“ ist für viele Abiturienten mit einem enormen Entscheidungsdruck verbunden. Bevor man sich jedoch in ein Studium oder eine Ausbildung stürzt, die vielleicht gar nicht zu einem passen, bietet das Gap Year eine wertvolle Atempause. Es ist die Chance, den Autopiloten auszuschalten, den eigenen Horizont zu erweitern und herauszufinden, wer man jenseits von Stundenplänen eigentlich ist. Doch wie nutzt man diese „Lücke“ im Lebenslauf am sinnvollsten?

Wissenswertes zum Gap Year

Nachdem man jahrelang die Schule besucht hat und diese den Alltag und den Lebensrhythmus dominiert hat, muss man nach dem Abitur selbst bestimmen, wie die eigene Zukunft aussehen soll. Will man studieren oder eine Ausbildung machen? Welche Fachrichtung ist überhaupt die Richtige? Was kann man später damit machen und verdienen? Viele Entscheidungen stehen an, die nicht unbedingt dein ganzes Leben prägen, aber zumindest die nächsten Jahre davon. Du solltest demnach gut überlegen und alles abwägen. Für manche ist diese Verantwortung direkt nach dem Abitur zu viel, die Versagensangst zu groß. Die perfekte Zeit für ein Gap Year!

Was ist ein Gap Year?

Ein Gap Year bezeichnet ein “Lückenjahr”, eine Pause zwischen den Pflichten des Lebens. Diese kann man auf die unterschiedlichsten Arten gestalten. Was zählt in dieser Zeit ist zu tun was du willst. Du hast Zeit zum Durchatmen und Nachdenken. Was ist dir wichtig im Leben? Wo siehst du dich in ein paar Jahren? Was macht dir Spaß und was macht dich aus? Zeit, um sich diese Gedanken zu machen, stehen jedem zu. Nimm dir die Auszeit und entdecke dich selbst. Wir haben für dich eine Liste mit Möglichkeiten, wie du dein Lückenjahr gestalten kannst:

Auslandserfahrungen

Auslandserfahrungen bringen viele Pluspunkte für deinen Lebenslauf und deine Persönlichkeit. Du kannst deine Sprachkenntnisse verbessern und ausbauen, knüpfst internationale Kontakte, lernst fremde Kulturen und Menschen kennen, wirst offener und selbstständig. Unzählige Eindrücke warten auf dich, die dir hilfreich bei deiner beruflichen Orientierung sein könnten. Bedenke: Es gibt viel mehr Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt als die der Sprachreise.

Deinen Auslandsaufenthalt kannst du zum Beispiel auch als Au-Pair verbringen. Du kommst in eine Familie und erlebst die Sitten und Bräuche der fremden Kultur so authentisch, wie sonst wahrscheinlich nirgends.

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Selbstständiger musst du bei deinem Work-And-Travel-Aufenthalt in einem fernen Land sein. Selbstständig musst du dir einen Job und eine Bleibe suchen. Beliebte Länder für Work and Travel, wie zum Beispiel Australien oder Kanada, haben mittlerweile aber auch Anlaufstellen für die jungen Abenteurer ‒ somit bist du auch an dieser Stelle nicht völlig auf dich allein gestellt. Oft trifft man auch sympathische Menschen aus anderen Ländern, die den gleichen Durst nach Freiheit wie du verspüren. So entstehen schnell spontane Reisegruppen.

Eine weitere Variante des Auslandsaufenthalts bietet zudem das Volunteering. Bei der freiwilligen Arbeit an sozialen Projekten kannst du dein Engagement unter Beweis stellen. Auch bei dieser Erfahrung wirst du viele Gleichgesinnte treffen. Der Austausch mit ihnen kann dir sehr bei der Planung deines Studiums oder deiner Ausbildung helfen. Einen Lohn bekommst du allerdings nicht ausgezahlt.

Erfahrungen sammeln

Nach Jahren des theoretischen Lernens in der Schule und vor den theoretisch-gehaltenen Vorlesungen an der Uni, ist genau die richtige Zeit, praktische Erfahrungen zu sammeln, um Fachrichtungen einschätzen zu können. Eine Möglichkeit bietet das FSJ oder das FÖJ, das freiwillige soziale Jahr, bzw. freiwillige ökologische Jahr. Während man beim FSJ soziale Einrichtungen, wie Kindertagesstätten und Altersheime, unterstützt, geht es beim FÖJ um die Umwelt, zum Beispiel indem man für Naturschutzvereine arbeitet.

Sinnvoll sind sicherlich auch Praktika. Entweder in einem Bereich, für den man sich sehr interessiert und sich vergewissern möchte, dass diese Richtung tatsächlich die Richtige für einen ist oder in einem völlig unbekannten Bereich. Durch Letzteres lernst du neue Unternehmen kennen und entdeckst vielleicht ungeahnte Interessen und Fähigkeiten.

Wenn du dir vorstellen kannst zu studieren, kannst du dich in deinem Gap Year auch einfach mal in verschiedene Vorlesungen setzten. So kannst du verschiedene Fachrichtungen ausprobieren und dich zum nächsten Semester bewerben. Ein Vorlesungsverzeichnis findest du auf den Hochschulseiten.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Gap Year ist keine Flucht vor der Verantwortung, sondern eine mutige Investition in die eigene Zukunft. In einer Welt, die immer schneller wird, ist es ein Luxus, sich Zeit für die eigene Identität zu nehmen – ein Luxus, der sich später durch eine höhere Zufriedenheit im Job und im Studium auszahlt. Ob du am anderen Ende der Welt Schafe scherst oder in einer sozialen Einrichtung in deiner Heimatstadt hilfst: Jede Erfahrung macht dich reicher. Nutze diese einmalige Freiheit, denn selten wirst du im Leben wieder so ungebunden sein wie jetzt!

Ganz im Gegenteil. Personaler bewerten ein sinnvoll gestaltetes Gap Year positiv, da es für soziale Reife, Fremdsprachenkenntnisse und eine gefestigte Persönlichkeit steht.

Beim Work and Travel finanzierst du dir deine Reise durch bezahlte Gelegenheitsjobs. Beim Volunteering arbeitest du unentgeltlich in sozialen oder ökologischen Projekten, oft gegen Kost und Logis.

Möglichkeiten gibt es viele: Ansparen durch Nebenjobs vorab, staatliche Förderungen (z.B. beim FSJ/FÖJ im Ausland), Unterstützung durch Programme (Au-Pair) oder das Verdienen von Geld vor Ort (Work and Travel).

Ja, das ist sogar sehr empfehlenswert. So kannst du in verschiedene Branchen hineinschnuppern und ein breiteres Bild von der Arbeitswelt gewinnen.

Nein. Der Begriff ist flexibel. Viele nutzen nur ein Semester (6 Monate) oder verlängern auf 18 Monate, je nachdem, wann das Wunschstudium oder die Ausbildung beginnt.

Bild von jobmensa Redaktion

jobmensa Redaktion

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