Körpersprache lernen: Ohne Worte überzeugen können

Kategorie
Work
Autor:in
jobmensa Redaktion
Aktualisiert am
Lesezeit
7 Min. Lesezeit
Körpersprache lernen: Ohne Worte überzeugen können

Kurzgesagt

Der Artikel beleuchtet die immense Bedeutung der nonverbalen Kommunikation, die Schätzungen zufolge etwa 80 % unserer Interaktion ausmacht. Er bietet einen praktischen Leitfaden zu den „Do’s und Dont’s“: Während negative Signale wie verschränkte Arme, nervöses Herumspielen oder ein schlaffer Händedruck Unsicherheit und Abwehr signalisieren, können positive Techniken gezielt trainiert werden. Dazu gehören eine aufrechte Haltung, bewusster Blickkontakt und psychologische Kniffe wie die Spiegeltechnik oder Power Posing. Ziel ist es, die eigene Wirkung zu optimieren, ohne dabei die Authentizität zu verlieren.

  • Der erste Eindruck ist körperlich: Mimik, Gestik und Haltung prägen das Bild unserer Persönlichkeit oft stärker als der eigentliche Gesprächsinhalt.
  • Biologische Rückkoppelung (Power Posing): Unsere Körperhaltung beeinflusst unseren Hormonhaushalt; durch gezielte Posen lässt sich Stress senken und das Selbstbewusstsein vor Drucksituationen steigern.
  • Distanz und Harmonie: Das Einhalten der „Armlänge Abstand“ sowie das subtile Nachahmen des Gegenübers (Spiegeln) sind essenziell für den Aufbau von Vertrauen und Sympathie.

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ – dieses berühmte Zitat von Paul Watzlawick bringt es auf den Punkt: Lange bevor wir das erste Wort aussprechen, hat unser Körper bereits eine Botschaft gesendet. In entscheidenden Momenten wie Vorstellungsgesprächen oder wichtigen Präsentationen ist unsere Körpersprache der Schlüssel zum Erfolg. Da wir einen Großteil unserer Signale unbewusst aussenden, entscheidet oft nicht die fachliche Qualifikation, sondern der visuelle Eindruck über Sympathie und Kompetenz. Wer lernt, seinen Körper bewusst als Kommunikationsmittel einzusetzen, gewinnt eine der wertvollsten Fähigkeiten der modernen Arbeitswelt.

Körpersprache lernen: Ohne Worte überzeugen können

Mindestens 80% unserer Kommunikation laufen über die Körpersprache ab. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich weniger auf das gesprochene Wort, als auf Mimik, Gestik, Haltung und die Stimme. Wenn der Inhalt des Gesagten uns also so viel weniger interessiert als die Körpersprache unseres Gegenübers, erscheint es nur logisch, diese zu lesen und zu unserem Vorteil nutzen zu wollen. Gerade in Vorstellungsgesprächen oder während Präsentationen müssen wir unsere Kommunikationspartner*innen mit Hilfe unserer Körpersprache überzeugen. Damit auch dir das gelingt, findest du hier die Do’s und Dont’s für eine perfekte Körpersprache.

Warum Körpersprache so wichtig ist

Unsere Mimik, Gestik und Haltung spielen bei unserer Selbstvermarktung eine größere Rolle, als die meisten annehmen. Es gilt: der erste Eindruck zählt! Der wird vorrangig durch dein Erscheinungsbild und nicht durch deine Worte geprägt. Mindestens genauso wichtig wie das was du sagst, ist demnach wie du es sagst und wie du dabei auf andere wirkst. Gerade im Fall des Vorstellungsgespräches geht es darum, den Personaler oder die Personalerin von deiner Persönlichkeit zu überzeugen, denn dass du fachlich für die Stelle geeignet bist, konnte er oder sie anhand deiner Bewerbungsunterlagen bereits erkennen. Um einen überzeugenden Auftritt hinzulegen, ist die richtige Körpersprache das A und O. Da wir unsere Körper zum Kommunizieren meist nur unbewusst einsetzen, fällt es schwer, die eigene Haltung einschätzen zu können. Einige kleine Richtlinien können jedoch helfen, seine Körpersprache für Präsentationen, Vorstellungsgespräche oder Diskussionen zu trainieren.

Die Dont’s der Körpersprache – was du vermeiden solltest

Bevor wir uns daran begeben, wie du deiner Körpersprache das Sahnehäubchen aufsetzen kannst, ist es wichtig zu wissen, welche Angewohnheiten in deiner Körpersprache du dringend vermeiden solltest. Die Liste an No Go’s ist lang! Wir beschränken uns auf die häufigsten Fehler, die uns in unserer Mimik, Gestik und Haltung unterlaufen.

Ein schlaffer Händedruck

Der Händedruck ist der erste körperliche Kontakt, den du bei der Begrüßung mit jemandem hast. Umso wichtiger, dass du bereits hier einen guten Eindruck machst! Ein schlaffer und zu kurzer Händedruck wirkt schwach, unhöflich und sozial inkompetent.

Verschränkte Arme und Beine

Während die vor der Brust verschränkten Arme abweisend und kühl wirken, suggerieren überschlagene Beine Schüchternheit, Unsicherheit und Untergebenheit. Eine allgemein gekrümmte Körperhaltung lässt dich kleiner und eingeschüchtert aussehen.

Herumspielereien

Sich ständig in die Haare greifen, mit den Beinen wackeln, Hände kneten, an den Hals fassen: all dies sind nervöse Herumspielereien, welche wir unbewusst in Stresssituationen ausüben. Diese Gesten können auf dein Gegenüber extrem störend wirken.

An die Nase fassen

Auch sich während des Gespräches an die Nasenwurzel zu fassen, solltest du unterlassen. Diese Geste steht für Stress und Frustration – zwei Dinge, mit denen du nicht in Verbindung gebracht werden möchtest.

Der falsche Einsatz der Hände

Wohin mit meinen Händen? Bestenfalls nicht unter den Tisch oder hinter den Rücken. Sind die Hände nicht zu sehen, wirkt das gleichmütig und unhöflich. Zudem sollte das Gestikulieren unterhalb der Hüfte vermieden werden: auf diese Gegend darf der Blick nicht gelenkt werden.

Die Komfortzone des Anderen verletzen

Die richtige Nähe oder Distanz zu deinem Gegenüber ist enorm wichtig. Bleibst du zu weit weg, wirkst du abgeneigt, trittst du zu nah an den Anderen heran, verletzt du seine Komfortzone und wirkst anmaßend. Eine Armlänge Abstand gilt als Faustregel für die angemessene Distanz.

Theatralik

Bewusst Körpersprache einzusetzen ist super – aber bitte nicht too much. Übertriebene Theatralik wird gekünstelt und unnatürlich. Bleib‘ lieber du selbst!

Die Do’s der Körpersprache – wie du ohne Worte überzeugst

Die kleinen Mängel in deiner Körpersprache sind ausgemerzt? Perfekt. Dann kannst du dich jetzt an den Feinschliff begeben. Mit den richtigen Tricks wirst du ein wahrer Körpersprachen-Profi und kannst Menschen bewusst mit deiner Haltung für dich einnehmen. Die Körpersprache nicht nur deuten zu können, sondern auch zum eigenen Vorteil zu nutzen ist die Königsdisziplin. Auch hier haben wir dir ein paar Tipps zusammengestellt, an denen du dich orientieren kannst.

Offenes Lächeln

Ein offenes Lächeln ist noch immer der beste Garant für eine ausdrucksstarke Mimik. Damit erzeugst du Sympathie, wirkst authentisch und deine gesamte Körperhaltung ist locker und nicht zu angespannt. Eine positive Ausstrahlung ist dir damit garantiert!

Aufrechte Körperhaltung

Durch einen festen Stand oder Sitz strahlst du Ruhe und Selbstsicherheit aus. Durch eine aufrechte Körperhaltung wirkst du zudem größer und kannst deinen Status so untermauern.

Kräftige Stimme

Die gerade Körperhaltung verhilft dir auch zu einer kontrollierteren Atmung und somit zu einer kräftigeren Stimme. So kannst du deine Argumente oder deine Position ganz ohne zittrige Stimme vortragen und zeigst deine Kompetenz.

Blickkontakt

Leichter gesagt als getan: suche Blickkontakt mit deinem Gesprächspartner oder deiner Gesprächspartnerin. Wenn wir uns eingeschüchtert fühlen, versuchen wir oft, dem Blick des Anderen auszuweichen. Um Selbstbewusstsein zu transportieren und eine persönliche Bindung aufzubauen, ist Blickkontakt jedoch enorm wichtig. Auch hier gilt es, nicht zu übertreiben: nach spätestens drei Sekunden solltest du deinen Blick zeitweise auf etwas anderes (beispielsweise eine andere Stelle im Gesicht, wie den Mund) konzentrieren. Der Andere will sich schließlich nicht angestarrt fühlen.

Zugeneigter Oberkörper

Möchtest du an bestimmten Stellen besonderes Interesse oder Aufmerksamkeit signalisieren, lehne deinen Oberkörper leicht nach vorn in Richtung deines Gegenübers. Deine Körpersprache kann deine Intention so optimal unterstützen.

Spiegeltechnik

Die Spiegeltechnik ist ein bekannter Trick, um mit Hilfe der Körpersprache das Vertrauen des Anderen zu erlangen. Dabei imitierst du unauffällig und nach kurzen Zeitabständen auf natürliche Weise die gleiche oder ähnliche Körperhaltung deines Gegenübers. Damit zeigst du Gemeinsamkeiten auf. Bemerkst du, dass der Andere sich nach einer Zeit auch deiner Körperhaltung anpasst: perfekt! Du hast nur durch deine Körpersprache ein Vertrauensverhältnis aufgebaut.

Power Posen einnehmen

Unser Kopf beeinflusst nicht nur unsere Körpersprache, sondern auch andersherum. Durch einen simplen Trick können wir unser Gehirn manipulieren und uns selbstsicherer mogeln, als wir es eigentlich sind. Dazu hilft es, kurz vor einem wichtigen Gespräch oder einer Präsentation zwei Minuten in einer der so genannten Power Posen zu verweilen. Dazu zählt beispielsweise mit den Füßen auf dem Tisch und den Armen hinter dem Kopf verschränkt zu sitzen, oder sich selbstbewusst in breitem Stand an einem Tisch abzustützen. Dadurch steigt der Testosterongehalt in unserem Blut, was zu mehr Selbstsichterheit führt, während der Gehalt des Stresshormons Cortisol sinkt. Die Forscherin Amy Cuddy fand heraus, dass wir dank unserer Körpersprache so unsere Hormone und damit unser Selbstwertgefühl während unseres Auftrittes beeinflussen können.

Wie du siehst: es gibt unzählige Dinge, auf die man bei der Körpersprache achten kann. Das wichtigste ist jedoch, dass du dich nicht verstellst und authentisch bleibst! Dann kommt die natürliche und überzeugende Körpersprache mit der Zeit wie von allein.

Grafik mit Zusammenfassung der Dos und Donts der Körpersprache

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Körpersprache weit mehr ist als nur schmückendes Beiwerk zum gesprochenen Wort – sie ist das Fundament unserer Wirkung auf andere. Wer die eigenen „No-Go-Zonen“ identifiziert und durch positive Signale wie ein offenes Lächeln oder einen festen Stand ersetzt, strahlt automatisch mehr Souveränität aus. Das Wichtigste bleibt jedoch das Gleichgewicht: Professionelle Techniken sollten die eigene Persönlichkeit unterstützen, nicht maskieren. Eine authentische Ausstrahlung, gepaart mit einem bewussten Einsatz des Körpers, ist der sicherste Weg, Menschen nachhaltig von sich zu überzeugen.

Häufige Fragen

Stimmt es wirklich, dass der Inhalt meiner Worte fast egal ist?

Nicht ganz. Aber die Körpersprache fungiert als Verstärker oder Widerspruch. Wenn Körper und Wort nicht übereinstimmen (Inkoinzidenz), vertrauen Menschen instinktiv immer dem körpersprachlichen Signal.

Was mache ich, wenn ich vor Nervosität zittere oder an den Händen knete?

Versuche, deine Hände offen auf den Tisch zu legen oder locker ineinander zu legen. Eine aufrechte Haltung verbessert zudem deine Atmung, was die Stimme festigt und das Zittern reduziert.

Wie lange sollte ich Blickkontakt halten, ohne dass es starrt?

Die Faustregel besagt: Etwa drei Sekunden halten, dann kurz den Blickpunkt wechseln (z. B. auf eine andere Stelle im Gesicht), bevor man den Kontakt wieder sucht.

Was bewirkt die „Spiegeltechnik“ genau?

Indem man die Haltung des Gegenübers dezent übernimmt, signalisiert man Unterbewusst: „Ich bin wie du.“ Das baut Barrieren ab und schafft schneller eine vertrauensvolle Atmosphäre.

Sind Power Posen auch während des Gesprächs sinnvoll?

Nein. Power Posen (wie Füße auf den Tisch) dienen der Vorbereitung unter vier Augen, um den Testosteronspiegel zu heben. Im Gespräch selbst wirken sie oft arrogant; dort ist eine aufrechte, zugeneigte Haltung besser.

Beitrag teilen