Körpersprache im Vorstellungsgespräch

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Kurzgesagt:

Körpersprache fungiert als unbewusster Kommunikationskanal, der maßgeblich beeinflusst, wie wir auf andere wirken. Ein positiver Eindruck entsteht durch eine aufrechte Haltung, festen Blickkontakt und einen angemessenen Händedruck bereits bei der Begrüßung. Während des Gesprächs signalisieren eine offene Sitzposition, die Zuwendung zum Gegenüber sowie dezente Gesten Interesse und Selbstbewusstsein. Im Gegensatz dazu wirken verschränkte Arme, nervöses Nesteln oder das Vermeiden von Blickkontakt oft ablehnend, unsicher oder sogar unehrlich. Um Fehltritte wie Dominanzgebaren oder übermäßige Unterwürfigkeit zu vermeiden, empfiehlt sich eine gezielte Vorbereitung durch Feedback von Freunden oder Videoanalysen.

In einem Vorstellungsgespräch entscheidet oft nicht nur das gesprochene Wort, sondern vor allem die nonverbale Kommunikation über Erfolg oder Misserfolg. Die Körpersprache sendet kontinuierlich unbewusste Signale aus, die beim Gegenüber Sympathie, Kompetenz oder Unsicherheit suggerieren. Da wir uns unserer physischen Wirkung meist nicht bewusst sind, ist es entscheidend, die eigene Haltung und Gestik zu reflektieren. Wer die Regeln der Körpersprache beherrscht, kann seine fachliche Qualifikation durch ein souveränes und authentisches Auftreten wirkungsvoll unterstreichen.

Die richtige Körpersprache

Klar, was man sagt ist sehr wichtig, Kleidung und Styling ebenfalls, aber auch wer perfekt aussieht und die perfekten Antworten gibt, kann diesen positiven Eindruck mit seiner Körpersprache leicht zunichte machen. Das schwierige an Körpersprache ist, dass man sich meist nicht bewusst ist, welche Signale man gerade aussendet. Man versendet unbewusste Nachrichten und empfängt genauso unbewusst die Signale seiner Mitmenschen. Körpersprache beeinflusst, wen wir sympathisch finden und wen nicht, ohne das wir es merken. Aber Körpersprache sagt auch noch eine ganze Menge mehr.

Was wird positiv interpretiert?

Brust raus Bauch rein? Ja, denn tatsächlich wirkt man sympathischer, offener, selbstbewusster und dynamischer, wenn man einen Raum aufrecht betritt, und das will man ja besonders in einem Vorstellungsgespräch vermitteln. Der nächste Punkt ist das erste Aufeinandertreffen mit dem Personaler. Hier kommt es besonders auf den Blickkontakt und einen angemessenen Händedruck an. Angemessen heißt, es wird nicht geschüttelt, man legt nicht nur eine schlaffe Hand in die Hand des Personalers und versucht auch nicht ihm die Hand zu brechen. Setzen sollte man sich grundsätzlich erst nach Aufforderung, doch damit beginnen die Probleme eigentlich erst.

Wie sitzt man richtig? Am besten findet man für alles ein gesundes Mittelmaß. Gerade und aufrecht sollte man sitzen, aber keines Falls stocksteif. Man sollte weder vorne auf der Sessel- oder Stuhlkante sitzen, noch sich so tief wie möglich im Sessel verstecken. Die Hände sollte man am besten sichtbar und locker auf die Oberschenkel legen und in Maßen damit gestikulieren. Der Oberkörper sollte immer den Gesprächspartner zugewandt sein, und auch wenn es vielleicht niemand sieht sollten auch die Fußspitzen in die selbe Richtung zeigen. Während des Gesprächs sollte man außerdem versuchen den Blickkontakt zu halten, ohne aber seinen Gegenüber anzustarren. Hin und wieder kann ein Nicken oder ein Lächeln Interesse und Sympathie signalisieren, aber die ganze Zeit wie ein grinsender Wackel-Dackel vor dem Personaler zu sitzen, sollte man besser vermeiden. Am Ende des Gesprächs sollte man unbedingt auf die gleichen Dinge achten, wie am Anfang. Zwar kann man jetzt keinen ersten Eindruck mehr machen, aber auf den Letzten Metern vor dem Ziel, sollte man noch mal alles geben, denn so wird der Personaler einen in Erinnerung behalten.

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Was wird negativ interpretiert?

Wer mit hängenden Schultern einen Raum betritt wirkt müde und unmotiviert, zieht man seine Schultern bis zu den Ohren hoch, so macht man eher einen ängstlichen und verschüchterten Eindruck. Beides sollte man tunlichst vermeiden. Wer dann noch versäumt dem Personaler bei der Begrüßung in die Augen zu sehen, wird es schwer haben, diesen ersten Eindruck im Gesprächsverlauf wieder wettzumachen. Fehlender Blickkontakt sowie ein zu schlaffer Händedruck werden gemeinhin als schüchtern und durchsetzungsschwach interpretiert und können echte Karrierekiller sein. Das nächste Fettnäpfchen steht schon bereit und getroffen hat, wer platznimmt bevor er dazu aufgefordert wurde. Hat man die Erlaubnis sich zu setzen, sollte man es sich nicht zu bequem machen. Weder ein entspanntes in den Sessel fletzen, wirkt besonders souverän, noch ein verkrampftes am Sessel Festkrallen. Wer vorne auf der Sesselkante sitzt, wirkt als wäre er auf dem Sprung und würde jeden Moment davonlaufen, was man als Angst und Unsicherheit interpretieren würde. Auch wer seinen Oberkörper oder seinen Blick von seinem Gesprächspartner abwendet, sieht aus als wolle er möglichst schnell aus dieser Situation raus bzw. als hätte man kein wirkliches Interesse an dem Gespräch.

Eine andere sehr beliebte Geste, ist das Verschränken der Arme vor dem Körper, denn so muss man nicht mehr darüber nachdenken, was man mit seinen Händen machen soll. Blöd nur, dass gerade diese Geste sowohl unsicher als auch ablehnend wirkt. Viele wissen das und versuchen daher alles um sie zu vermeiden. Oft gehen Bewerber dann dazu über, nervös mit den Fingern zu spielen, oder sich immer wieder in die Haare, an den Hals oder ins Gesicht zu fassen, was nicht nur als nervös, sondern manchmal auch als unehrlich interpretiert wird. Die Hände einfach unter dem Tisch zu verstecken ist leider auch keine Lösung, denn damit vermittelt man schnell den Eindruck, dass man noch mehr verbergen möchte als nur seine Hände. Ebenfalls negativ wirkt es wenn man sich über den Tisch lehnt und damit in den Bereich des Personalers eindringt, oder mit ausgestrecktem Zeigefinger gestikuliert. So etwas kann leicht als Dominanzverhalten verstanden werden. Dominanzverhalten wird gerade von Männern gern gezeigt, ist aber nicht gern gesehen. Von einem zu breitbeinigen Sitz und zu weitausladenden Gesten kann sich ein Personaler leicht herausgefordert fühlen und den Bewerber als anmaßend empfinden. Frauen hingegen tendieren eher dazu sich zu klein zu machen. Mit überschlagenen Beinen, kleinen Gestern, weit aufgerissenen Augen und leicht schiefgehaltenen Kopf signalisieren sie eher Unterwürfigkeit und Hilfsbedürftigkeit.

Gerade bei der Körpersprache ist es sehr hilfreich sich vorher das Feedback von Freunden zu holen. Besonders gut wäre es eine solche Gesprächssituation durch zu spielen und davon ein Video zu drehen. So kann man gemeinsam die eigenen Stärken und Schwächen erkennen und über Verbesserungen nachdenken.

Fazit

Körpersprache ist die visuelle Visitenkarte eines Bewerbers und oft aussagekräftiger als der Lebenslauf. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Signalen schützt davor, trotz fachlicher Kompetenz einen unsicheren oder arroganten Eindruck zu hinterlassen. Durch Authentizität, eine offene Haltung und gezielte Blickführung wird eine Vertrauensbasis geschaffen, die das gesamte Gespräch positiv trägt. Wer im Vorfeld trainiert und sich seiner Wirkung bewusst wird, strahlt die notwendige Souveränität aus, um im Gedächtnis des Personalers als ideale Besetzung hängen zu bleiben.

Ein angemessener Händedruck ist weder schlaff noch zu fest; er sollte kurz und bestimmt sein, begleitet von direktem Blickkontakt.

Die Hände sollten am besten sichtbar und locker auf den Oberschenkeln liegen oder dezent zur Untermalung des Gesagten genutzt werden; sie unter dem Tisch zu verstecken, wirkt verdächtig.

Diese Geste wird meist als Abwehrhaltung, Unsicherheit oder generelle Ablehnung gegenüber dem Gesprächspartner interpretiert.

Ja, man sollte bequem und aufrecht sitzen, sich aber weder im Sessel „flegeln“ noch hektisch auf der äußersten Kante balancieren.

Eine Videoaufnahme einer simulierten Gesprächssituation ist die effektivste Methode, um unbewusste Ticks (wie Haare richten oder Zappeln) zu identifizieren.

Bild von jobmensa Redaktion

jobmensa Redaktion

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