Die Vorbereitung auf ein Assessment Center

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Kurzgesagt:

Ein Assessment Center (AC) ist ein komplexes Auswahlverfahren, das aus verschiedenen Einzel- und Gruppenaufgaben besteht. Ziel der Prüfer (Assessoren) ist es, ein umfassendes Bild von der Fachkompetenz, aber vor allem von den Soft Skills der Bewerber zu gewinnen. Der Artikel beleuchtet zentrale Bausteine wie die Postkorbübung (Stressresistenz/Priorisierung), Gruppendiskussionen (Teamdynamik), Präsentationen (Rhetorik) und Rollenspiele (Konfliktlösung). Wichtigster Erfolgsfaktor über alle Übungen hinweg ist die Authentizität: Wer versucht, eine Rolle zu spielen, wirkt schnell unglaubwürdig. Zudem gilt: Man steht unter ständiger Beobachtung – auch in den Pausen.

Das Assessment Center gilt als die „Kür“ des Bewerbungsprozesses. Wo ein einfaches Vorstellungsgespräch an seine Grenzen stößt, setzen Unternehmen auf diesen mehrtägigen Marathon aus Tests, Rollenspielen und Präsentationen, um Kandidaten auf Herz und Nieren zu prüfen. Besonders für Führungspositionen ist das AC das Standardwerkzeug der Personalauswahl. Doch keine Sorge: Auch wenn die Situation künstlich wirkt und der Druck hoch ist, lässt sich der Erfolg planen. Mit der richtigen Vorbereitung und einem authentischen Auftreten verwandelst du die Beobachtungssituation in deine persönliche Bühne.

Tipps und Tricks fürs Assessment Center

Auch wenn das Assessment Center eine sehr aufwändige Form des Auswahlverfahrens für eine neu zu besetzende Stelle ist, erfreut sie sich einer immer größeren Beliebtheit. Besonders dann, wenn es um die Besetzung von höhergestellten Posten und Führungspositionen geht. In verschiedenen Prüfungssituationen müssen sich die Kandidaten unterschiedlichen Aufgaben stellen. Auch wenn diese natürlich individuell verschieden bewältigt werden, gibt es doch einige Tipps und Tricks, die man während des Auswahlverfahrens beherzigen sollte, um seine Chancen zu erhöhen.

Einen guten Eindruck hinterlassen!

Ein Assessment Center beginnt in der Regel mit einem etwa 30-minütigen Vorstellungsgespräch des Bewerbers bei den Assessoren. Hier hat der Bewerber die wichtige Aufgabe und Chance, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, denn einen negativen ersten Eindruck zu revidieren, ist schwierig oder gar unmöglich. Wie vor jedem Vorstellungsgespräch sollte man sich auch vor dem Assessment Center auf die üblichen Fragen nach dem bisherigen Werdegang, Berufsbild und beruflichen Zielen vorbereiten. Auch über das Unternehmen selbst sollte man sich vorab gut informieren, um kompetente Antworten geben zu können. Wichtig, um im Vorstellungsgespräch einen positiven Eindruck zu vermitteln, ist es offen und ehrlich zu antworten und auch durch seine Körpersprache Offenheit und Sicherheit zu vermitteln. Also Schultern nicht hängen lassen, ab und zu ein Lächeln auf den Lippen, die Arme nicht verschränken und schon wirkt man deutlich entspannter und selbstbewusster.

Einen kühlen Kopf bewahren bei der Postkorbübung

In der Postkorbübung wird der Bewerber vor die Aufgabe gestellt, einen Korb voll Anfragen und Mittelungen zu ordnen und abzuarbeiten. Dabei ist besonders wichtig, dass man ein gutes Gespür für Dringlichkeit mitbringt, um die anstehenden Aufgaben in einer sinnvollen Reihenfolge zu erledigen. Hinzu kommen oft unerwartete Telefonanrufe oder eingehende E-Mails. Am Wichtigsten bei dieser Aufgabe ist es, nicht in Hektik zu verfallen, sondern einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn nur so kann man den Überblick behalten. Dabei ist es trotzdem wichtig, in eigenem Ermessen zu handeln. Soll man beispielsweise für den potenziellen Chef die Termine regeln, kann es auch einmal vorkommen, dass man einen Termin absagen oder verschieben muss. Wer alles einfach bloß abwinkt, wirkt so als könnte er nicht abwägen und Prioritäten setzen.

Die richtige Position in der Gruppendiskussion finden

Eine häufige Aufgabe im Assessment Center ist die Gruppendiskussion. Dabei geht es darum, gemeinsam mit den anderen Bewerbern eine Diskussion zu einem bestimmten Reizthema zu führen – in manchen Fällen wird dem Bewerber eine Position zugewiesen, in anderen Fällen argumentiert er für seinen eigenen Standpunkt. Es gibt auch Versionen dieser Übung, bei der die Bewerber sich für ihre eigenen Interessen einsetzen sollen. In diesen Diskussionen ist also nicht nur ihr Standpunkt gefragt ist, sondern der Ausgang der Diskussion kann auch tatsächlich Konsequenzen für sie nach sich ziehen. Sinn der Gruppendiskussionen ist, die Durchsetzungsfähigkeit, aber auch die Kompromissbereitschaft der einzelnen Bewerber zu ergründen. Natürlich sollte man sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen, aber die Assessoren sehen es auch nicht gern, wenn man sich wie ein Fähnchen im Wind mal der einen, mal der anderen Meinung anschließt. Oberstes Gebot ist aber in jedem Fall sachlich bleiben und andere ausreden lassen. Man sollte sich aber keines Falls als passiver Beobachter an den Rand der Diskussion drängen lassen, sondern versuchen Einfluss auf die Diskussion zu nehmen. Das geht nicht nur, indem man mit guten Argumenten punktet, sondern auch indem man zwischen verschiedenen Positionen vermittelt oder Diskussionsergebnisse zusammenfasst.

Das Publikum überzeugen in der Präsentation

Präsentationen zu halten ist heutzutage eine der Schlüsselqualifikationen für viele Branchen und Positionen. Auch in Assessment Centern soll ermittelt werden, inwiefern die Bewerber dazu fähig sind, Publikum in ihren Bann zu ziehen und Inhalte klar und einfach zu vermitteln. Deshalb besteht eine der Aufgaben beim Assessment Center meist darin, sich zehn bis dreißig Minuten mit einem Thema vertraut zu machen und dieses den Anwesenden anschließend zu präsentieren. Eine gute Struktur und ein sicheres Auftreten sind hier in der Regel wichtiger als die inhaltliche Komplexität. Inhalte sollten vor allem klar und deutlich dargestellt werden, anstatt mit zu vielen Details zu verwirren. Es kann manchmal souveräner wirken, wenn man zugibt, dass man auf eine Frage kein Antwort hat, als sich in fadenscheinigen Erklärungen zu verhaspeln.

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Sachlich bleiben im Rollenspiel

Im Rollenspiel geht es oft um Simulationen von Chef-Angestellten-Gesprächen. Dabei besteht die Aufgabe des Chefs darin, Kritikpunkte gegenüber dem Angestellten anzubringen. Aufgabe des Angestellten ist es, diese Kritik als konstruktiv zu begreifen. In keiner der beiden Rollen sollte man persönlich oder beleidigend werden. Die Kritik in der Rolle des Chefs sollte sachlich formuliert werden – am besten verpackt als ein Anliegen und mit positivem Ausblick. Als Angestellter nimmt man die Kritik an. Ist die Kritik jedoch unberechtigt, muss man sich zur Wehr setzen. Unter keinen Umständen sollte man aber versuchen die Schuld auf andere zu schieben, denn das wirkt höchstens unkollegial.

Realistische Selbsteinschätzung in der Feedbackrunde

Zum Schluss eines Assessment Centers gibt es häufig eine Feedbackrunde, in der jeder Bewerber seine eigenen Leistungen einschätzt. Hierbei nicht in Selbstmitleid versinken oder tiefstapeln, das wirkt oft wie „fishing for compliments“. Ebenfalls nicht sonderlich beliebt machen sich natürlich diejenigen Bewerber, die sich selbst über den grünen Klee loben. Einer reflektierte und differenzierte Selbsteinschätzung ist gefragt. Im Vergleich mit den anderen Bewerbern ist die Positionierung oft einfacher.

Allgemeine Tipps

Neben diesen speziellen Tipps für die einzelnen Aufgaben sollte man auch einige allgemeine Tipps für das gesamte Assessment Center im Auge behalten, um sich konsistent und glaubwürdig zu präsentieren. Am besten sollte man unbefangen an die Testaufgaben gehen. Wer versucht, ein spezielles Bild von sich zu kreieren, von dem man glaubt, es wäre passend, wirkt sehr schnell unglaubwürdig. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man unter ständiger Beobachtung steht. Das gilt auch zwischen den Tests und bei mehrtägigen Assessment Centern zum Beispiel auch abends, wenn man noch gemeinsam ausgeht. Man könnte also auch durchaus in den Pausen und in der scheinbaren Freizeit negativ auffallen.

Vorbereitung ist wichtig wozu natürlich auch die richtige Kleidung und ein ausgeruhtes Auftreten gehört. Es ist keine schlechte Idee auch an Assessment Centern teilzunehmen, wenn man nicht unbedingt an dem Job interessiert ist um die nötige Routine zu bekommen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Assessment Center ist ein Ausdauertest für Ihre Persönlichkeit. Die Assessoren suchen nicht den „perfekten Roboter“, sondern einen Menschen, der auch unter Belastung strukturiert arbeitet, respektvoll kommuniziert und zu seinen Fehlern steht. Wer sich vorab informiert, ausgeschlafen erscheint und die Übungen als Chance begreift, seine Stärken in Aktion zu zeigen, hat bereits gewonnen. Nutzen Sie jedes AC – auch wenn es nicht für den Traumjob ist – als wertvolles Training, um Routine in dieser Extremsituation zu gewinnen.

Es geht darum, unter Zeitdruck Dringliches von Wichtigem zu unterscheiden. Die Assessoren prüfen, ob du Prioritäten setzen kannst oder im Chaos der Aufgaben den Überblick verlierst.

Bleib sachlich und lass andere ausreden. Versuche, eine aktive Rolle einzunehmen, indem du zum Beispiel Ergebnisse zusammenfasst oder zwischen verhärteten Fronten vermittelst.

Bleib souverän und gib die Wissenslücke offen zu. Das wirkt ehrlicher und professioneller, als sich in fadenscheinigen Ausflüchten oder falschen Behauptungen zu verstricken.

Nein. Es geht um die Art der Kommunikation. Als Chef solltest du konstruktiv kritisieren, als Angestellter solltest du Kritik annehmen, solange sie berechtigt ist, ohne die Schuld auf Kollegen zu schieben.

Gefragt ist eine reflektierte Selbstanalyse. Benenne ehrlich, was gut lief, aber zeige auch auf, wo du Verbesserungspotenzial siehst. Vermeide sowohl übertriebene Eigenwerbung als auch falsche Bescheidenheit.

Bild von jobmensa Redaktion

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