Arbeitsmodelle für Studierende

Kategorie
Work
Autor:in
jobmensa Redaktion
Aktualisiert am
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Studierende lächeln

Kurzgesagt

Der Artikel bietet einen umfassenden Überblick über studentische Arbeitsmodelle, mit einem starken Fokus auf die Selbstständigkeit per Gewerbeschein. Während klassische Nebenjobs auf Arbeitsverträgen basieren, agieren Studierende mit Gewerbeschein als eigenständige Unternehmer (Auftragnehmer). Dies bietet maximale Flexibilität, bringt jedoch Pflichten wie die eigene Steuererklärung und das Haftungsrisiko mit sich. Der Text warnt ausdrücklich vor der Scheinselbstständigkeit und erläutert die kritischen Verdienstgrenzen für BAföG, Kindergeld und die Einkommensteuer, die bei gewerblicher Tätigkeit oft strenger bemessen sind als bei Angestellten.

  • Unternehmerisches Risiko vs. Flexibilität: Der Gewerbeschein macht Studierende zu eigenen Chefs, streicht aber Ansprüche auf bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und die gesetzliche Sozialversicherung.
  • Strenge Grenzen für Förderungen: Gewerbliche Gewinne haben massive Auswirkungen auf staatliche Leistungen; so sinkt der BAföG-Anspruch bereits ab einem jährlichen Gewinn von ca. 4.000 Euro.
  • Vermeidung von Scheinselbstständigkeit: Um rechtliche Konsequenzen (Stichwort: Schwarzarbeit) zu vermeiden, müssen Selbstständige weisungsungebunden sein und sich deutlich von fest angestellten Mitarbeitern abgrenzen.

Was gibt es für Arbeitsmodelle für Studierende?

Student*innen haben viele verschiedene Möglichkeiten Geld zu verdienen und Praxiserfahrungen zu sammeln. Aber wer sollte sich für welche Option entscheiden? Lieber einen Mini- oder einen Midijob? Was ist eigentlich eine kurzfristige Beschäftigung? Kann man, wenn man während des Semesters keine Zeit hat, auch nur in den Semesterferien arbeiten, dann aber Vollzeit? Welchen besonderen Status hat man als Werkstudent*in und was muss man dafür erfüllen? Ist das Arbeiten auf Rechnung oder Gewerbeschein eher sinnvoll, oder ein Risiko? Wann sollte man ein Gewerbe anmelden und für welche Dienste?

Für wen ist ein Job an der Hochschule empfehlenswert? Ist ein Praktikum nützlich, oder verkauft man sich damit unter Wert? Und was tun, wenn sich das Studium dem Ende nähert? Direkteinstieg, oder lieber eine Stelle als Trainee? Alle Möglichkeiten werden hier genau erklärt und hoffentlich alle deine Fragen umfassend beantwortet.

Natürlich bieten wir dir auch die passenden Jobs an. Interessante Jobs, die genau zu dir und deiner Lebenssituation passen und in deiner Region liegen, findest du hier bei jobmensa. Egal, für welches Arbeitsmodell du dich entscheidest, bei uns findest du für jeden Bereich und in verschiedenen Branchen attraktive Nebenjobs, Schülerjobs usw.!

Gewerbeschein – Dein Weg in die Selbstständigkeit

Wer regelmäßig einer selbständigen Arbeit nachgehen will, benötigt einen Gewerbeschein – und wird somit zum Unternehmer. Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich solche Tätigkeiten, die im engeren Sinne als wissenschaftlich, künstlerisch oder publizistisch zu charakterisieren sind. Hier reicht die Anforderung einer entsprechenden Steuernummer beim Finanzamt.

Viele Student*innen entscheiden sich für das selbständige Jobben, um begleitend zum Studium schnell, flexibel und vergleichsweise unbürokratisch Geld verdienen zu können – und zwar auf Rechnung. Im Gegensatz dazu stehen diejenigen Jobs, die auf einem Arbeitsvertrag, Abrechnungen über Lohnsteuerkarte, Urlaubsregelungen und Kündigungsfristen beruhen. Jobs also, in denen man als Arbeitnehmer in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis zu einem Arbeitgeber steht.

Wer selbständig auf Gewerbeschein arbeitet, ist hingegen ein sogenannter Auftragnehmer – und somit sein eigener Chef. Dies kann in berufspraktischer Hinsicht viele Vorteile mit sich bringen, beinhaltet aber auch Gefahrenpunkte. Informiere dich also vorher genau, ob du bereits im Studium selbstständig arbeiten willst.

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Um auf Gewerbeschein arbeiten und trotzdem regulär mit allen finanziellen Vorteilen Student bleiben zu können, müssen einige Dinge beachtet werden. Dies betrifft: Gewerbeanmeldung, Steuererklärung, Freibeträge – allesamt zentrale Themen bei der selbständigen Arbeit auf Rechnung. Hier einige Aspekte:

  • Gewerbescheine sind auf Antrag bei kommunalen Ämtern zu erwerben (Kostenpunkt: 15-60 Euro)

  • Als Auftragnehmer stellst du Rechnungen, bis zu einem bestimmten Betrag ohne Abzug von Steuern und Sozialabgaben

  • Überschreiten die Einkünfte den Steuerfreibetrag von 8.354 Euro jährlich, liegt Steuerpflicht vor

  • Du bist als Selbständiger nicht gesetzlich kranken-, pflege- und rentenversichert

  • Der Anspruch auf Urlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall entfällt

  • Die Haftung für mangelnde Qualität oder Nichterfüllung liegt beim Auftragnehmer (Student)

  • Je nach Verdiensthöhe verliert man Ansprüche auf staatliche Förderungen (z. B. Kindergeld, BAföG → s.u.)

Wer kann auf Gewerbeschein arbeiten? Und was sind Gewerbebetriebe?

Das selbständige Jobben bietet sich insbesondere dann an, wenn man einen oder mehrere Jobs dauerhaft bzw. wiederkehrend ausführen möchte. Es treffen hier nicht mehr Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufeinander, sondern Auftragnehmer und Auftraggeber. Der selbständige Student tritt gegenüber dem jeweiligen Auftraggeber als freier Unternehmer auf und stellt seine erbrachte Leistung in Rechnung. Heißt: Der Student ist dann zum Beispiel als selbständiger Host, Promoter, Grafiker, Interviewer, Unternehmensberater oder Bürodienstleister unterwegs.

Arbeitsbereiche, in denen ein Gewerbeschein Sinn macht:

  • industrielle Fertigung

  • Handwerk und handwerksnahe Berufe (mit Ausnahme künstlerischer Tätigkeiten)

  • Groß- und Einzelhandel

  • Gastronomie und Hotellerie

  • „Einfache“, haushaltsnahe Dienstleistungen (Reinigungen oder Reparaturen)

  • Vertreter, Vermittler und Agenturen sowie Geld- und Vermögensberater

  • Unabhängig von der Art der Tätigkeit gelten darüber hinaus alle Kapitalgesellschaften (GmbH, AG usw.) automatisch als gewerblich.

Vorsicht beim Gewerbeschein – Scheinselbständigkeit vermeiden!

Ganz ärgerlich würde der Job auf Gewerbeschein dann, wenn am Ende Scheinselbständigkeit vorläge – gleichzusetzen mit Schwarzarbeit! Scheinselbständigkeit liegt vor, wenn eine auf dem Papier als Unternehmer auftretende Person in Wahrheit/de facto den Status eines ganz normalen Arbeitnehmers hat. Der Gesetzgeber sieht hierin einen klaren arbeitsrechtlichen Verstoß, durch den steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Pflichten unerfüllt bleiben. Heißt: Wer selbständig auf Gewerbeschein arbeitet, muss sich inhaltlich und auch mit Blick auf die Zuständigkeit klar von einem vertraglich gebundenen Arbeitnehmer abgrenzen. Wichtige Merkmale hierfür können beispielsweise die Weisungsungebundenheit (kein Vorgesetzter) und die räumliche Trennung (eigenes Büro) vom auftraggebenden Unternehmen sein.

Auf unterschiedliche Verdienstgrenzen achten

Kleinunternehmerregelung: Gewerbetreibende mit einem Umsatz bis maximal 17.500 Euro pro Jahr zzgl. Steuern sind Kleinunternehmer. Betreffende Studenten sind nicht dazu verpflichtet, die Umsatzsteuer gesondert aufzuführen. Deklariert wird dies auf Rechnungen durch den Hinweis: „Gemäß § 19 (1) UStG enthält der ausgewiesene Betrag keine Umsatzsteuer.“

BaföG und Kindergeld: Ab einem gewerblichen Gewinn von ca. 4.000 Euro jährlich (vor Steuern) verlieren selbständig arbeitende Studenten den BaföG-Anspruch. Selbiges gilt für den elterlichen Anspruch auf Kindergeld, sobald der jährliche Verdienst 8.004 Euro übersteigt.

Fazit

  • Mit einem Gewerbeschein trägst du als Student auch alle Risiken wie die Haftung gegenüber dem Auftraggeber. Diese potenziellen Probleme solltest du z. B. mit einer Unfallversicherung absichern

  • Wenn du weniger als 8.354 Euro im Jahr verdienst, musst du keine Einkommenssteuer zahlen

  • Das Kindergeld fällt weg, wenn du über den Gewerbeschein zu viel verdienst – rund 7.000 Euro pro Jahr sind hier nur erlaubt

  • Die gewerbliche Tätigkeit betrifft auch das BAföG, das schon ab einem Gewinn von ca. 4.000 Euro jährlich wegfällt

  • Es lohnt sich daher, genau abzuwägen, welche Zahlungen bei welchen Verdienstgrenzen auf dich zukommen und welcher Gewinn durch das Gewerbe sich damit überhaupt rentiert

Häufige Fragen

Was kostet die Anmeldung eines Gewerbes?

Die Anmeldung beim kommunalen Gewerbeamt kostet je nach Region einmalig zwischen 15 und 60 Euro.

Ab wann muss ich als studentischer Unternehmer Einkommensteuer zahlen?

Steuerpflicht besteht erst, wenn der jährliche Gewinn den Grundfreibetrag übersteigt (im Artikel mit 8.354 Euro angegeben; Hinweis: dieser Wert wird jährlich angepasst).

Was bedeutet die Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG?

Wer weniger als 17.500 Euro Umsatz pro Jahr erzielt, muss auf seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen, muss dies aber mit einem entsprechenden Hinweis auf der Rechnung deklarieren.

Bin ich über das Gewerbe krankenversichert?

Nein. Als Selbstständiger bist du nicht automatisch gesetzlich kranken-, pflege- oder rentenversichert. Du musst dich selbst um deinen Versicherungsschutz kümmern.

Wann gilt man als "scheinselbstständig"?

Wenn man zwar offiziell als Unternehmer auftritt, de facto aber wie ein Angestellter weisungsgebunden arbeitet, in die Betriebsorganisation eingegliedert ist und keine eigenen Entscheidungsfreiheiten hat.

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