MINT-Studienfächer: Zahlen und Fakten rund um die Fachbereiche
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- jobmensa Redaktion
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Kurzgesagt
Der Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die MINT-Disziplinen in Deutschland, die derzeit von etwa 36 % aller Studierenden belegt werden. Trotz exzellenter Berufsaussichten und attraktiver Gehälter – insbesondere in der Informatik (Ø 52.000 €) und den Ingenieurwissenschaften (Ø 50.000 €) – stehen die Fächer vor großen Herausforderungen. Dazu zählen Bachelor-Abbruchquoten von bis zu 55 % in der Mathematik und ein deutliches Geschlechterungleichgewicht (3:1 zugunsten der Männer). Während die Biologie mit 60 % und die Mathematik mit 54 % einen hohen Frauenanteil aufweisen, bilden Physik und Technik das Schlusslicht. Der Text stellt zudem renommierte Hochschulen und die typischen Berufsfelder für jede Disziplin vor.
- Wirtschaftliche Relevanz vs. Hürden: MINT-Fächer sind entscheidend für die Wirtschaft, fordern Studierenden aber durch hohe Komplexität viel ab, was sich in überdurchschnittlichen Abbruchquoten widerspiegelt.
- Gehalts- und Karriere-Check: Informatik und Ingenieurwissenschaften führen die Gehaltstabelle an, während die Mathematik durch ihre Vielseitigkeit (Versicherungen, Banken, IT) besticht.
- Gender-Gap als Baustelle: Die Gewinnung von mehr Frauen für MINT-Berufe gilt als Schlüsselfaktor gegen den Fachkräftemangel, wobei das Verhältnis je nach Teilbereich stark schwankt.
Hinter der Abkürzung MINT verbirgt sich nichts Geringeres als das Maschinenzimmer der deutschen Wirtschaft. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bilden das Fundament für Innovation und Zukunftsfähigkeit in einem hochtechnisierten Land. Doch während die Karrierechancen und Einstiegsgehälter in diesen Fachbereichen oft glänzend sind, ist der Weg zum Abschluss steinig. Hohe Abbruchquoten und eine nach wie vor deutliche Unterrepräsentation von Frauen prägen das Bild der MINT-Fächer. Wir werfen einen Blick auf die harten Fakten, die Unterschiede zwischen den Disziplinen und die vielfältigen Branchen, die händeringend nach qualifizierten Fachkräften suchen.
Studieren im MINT-Bereich
Es gibt eine kurze Formel, hinter der sich ein Gutteil der Zukunftsfähigkeit der deutschen Ökonomie verbirgt. Sie lautet: M-I-N-T. Doch was genau erwartet Interessenten auf dem Weg in ein entsprechendes Studium der Fachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bzw. Ingenieurwissenschaften? Fakt ist: Die zum Teil glänzenden beruflichen Perspektiven im MINT-Bereich sind aufgrund der Komplexität der Studiengänge alles andere als geschenkt. Hohe Abbruchquoten sind die Folge. Und Fakt ist auch, dass im geschlechtlichen Vergleich noch immer eine erhebliche Diskrepanz herrscht. Denn MINT steht bei weiblichen Studierenden längst nicht so hoch im Kurs wie bei männlichen.
Laut aktuellen Ergebnissen unserer Studienreihe Fachkraft 2020 belegen derzeit 36 Prozent der Studierenden in Deutschland einen Studiengang im MINT-Bereich. An erster Stelle zu nennen ist hier das Fach Ingenieurwissenschaften, dem 19 Prozent der Studierenden angehören. Es folgen Informatik (7 %) und Biologie (2 %).
Das Geschlechterverhältnis liegt im MINT-Bereich bei etwa 3 zu 1 zugunsten männlicher Studierender, was von wirtschaftspolitischer Seite als eines der Hauptprobleme bei der Eindämmung des drohenden Fachkräftemangels angesehen wird. Es wird Zeit, dass sich mehr Frauen an die folgenden Studienfächer herantrauen und die Quoten verbessern, wobei die Mathematik schon auf dem richtigen Weg ist:
Mathematik
Auch im Fach Mathematik verliert das Diplom seit Einführung der Bologna-Reform immer mehr an Gewicht. Bachelor- und Masterstudiengänge haben hier die Nachfolge angetreten. Unangetastet bleibt hingegen mit Blick auf das Lehramtsstudium das klassische Examen. Angeboten wird das Fach Mathematik an zahlreichen Universitäten, Technischen Hochschulen und Fachhochschulen, wobei eine Zulassungsbeschränkungen bei Aufnahme des Studiums eher die Ausnahme darstellt. Problematisch kann es mit der Zulassung hingegen bei akademischen Anschlussqualifikationen wie Master oder Promotion werden.
Beste Hochschulen: RWTH Aachen, Uni Bonn, Uni Göttingen, TU Ilmenau, TU Kaiserslautern, Uni Lübeck, Uni Saarbrücken
Frauenanteil: 54 %
Abbruchquote: 55 % (Bachelor)
Einstiegsgehalt (Ø): 41.000 Euro
Branchen/Berufsfelder: bevorzugt IT-Branche, Versicherungswesen, Banken/Kreditwesen, Unternehmensberatung, Lehramt, Forschung/Hochschule, Bauwesen
Informatik
Das Fach steht im Wesentlichen auf mathematischen Beinen, geht aber seit nunmehr zweieinhalb bis drei Jahrzehnten als eigenständige Disziplin durch. Die Zahl der Studienanfänger ist seither kontinuierlich gestiegen, was nicht nur am sich ausdifferenzierenden Metier, sondern auch an den guten Jobchancen liegen dürfte. Angeboten wird das Fach Informatik sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen.
Beste Hochschulen: Uni Augsburg, Jacobs Uni Bremen (privat), Uni BW München, Hasso-Plattner-Institut Potsdam (privat), HS Bonn/Rhein-Sieg, TH Ingolstadt, HS Karlsruhe, HS Niederrhein
Frauenanteil: 30 %
Abbruchquote: 47 % (Bachelor)
Einstiegsgehalt (Ø): 52.000 Euro
Branchen/Berufsfelder: bevorzugt IT-Branche (Softwareentwicklung), Banken/Kreditwesen, Industrie, Versicherungswesen, Forschung/Hochschule
Naturwissenschaften
Bei den Naturwissenschaften handelt es sich um den Sammelbegriff für eine Reihe von Einzeldisziplinen. Namentlich: Chemie, Physik und Biologie, wobei je nach Lesart auch die Mathematik dazu gezählt wird. Bachelor- und Masterstudiengänge bilden auch hier inzwischen die Mehrheit des angebotenen Spektrums. Universitäten und Fachhochschulen haben die Disziplinen gleichermaßen im Programm.
Chemie
Beste Hochschulen: Uni Bayreuth, Uni Bielefeld, Uni Bochum, TU Clausthal, Uni Halle-Wittenberg, Uni Jena, LMU München, Uni Rostock, Uni Paderborn
Frauenanteil: 38 %
Abbruchquote: 43 % (Bachelor)
Einstiegsgehalt (Ø): 44.000 Euro
Branchen/Berufsfelder: Chemische Industrie, Forschung/Hochschule
Physik
Beste Hochschulen: Uni Bayreuth, Uni Bochum, TU Braunschweig, Uni Duisburg-Essen, Uni Göttingen, Uni Halle-Wittenberg, TU Kaiserslautern, Uni Rostock, Uni Wuppertal
Frauenanteil: 25 %
Abbruchquote: 39 % (Bachelor)
Einstiegsgehalt (Ø): 45.000 Euro
Branchen/Berufsfelder: Elektrotechnik, Maschinenbau, Automobilbranche, Unternehmensberatung, Forschung/Hochschule
Biologie
Beste Hochschulen: RWTH Aachen, TU Braunschweig, Jacobs Uni Bremen (privat), TU Dresden, TU Kaiserslautern, Uni Lübeck, Uni Marburg, Uni Saarbrücken
Frauenanteil: 60 %
Abbruchquote: 20 % (Bachelor)
Einstiegsgehalt (Ø): 42.000 Euro
Branchen/Berufsfelder: Biotechnologie, Biochemie, Umweltforschung, Pharmaindustrie, Zellbiologie, Forschung/Hochschule
Technik/Ingenieurwissenschaften
Unter der Bezeichnung Ingenieurwissenschaften firmiert alles, was fachlich auf die Erforschung, die Entwicklung und die Konstruktion von Technik bzw. technischen Elementen abzielt. Inhaltlich geht es dabei in der Regel um die praktische Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Universitäten, Technische Hochschulen und Fachhochschulen sind die Anbieter der Fachrichtung, die sich im Studienverlauf in verschiedenste Spezialbereiche entwickelt: Klimatechnik, Luft- und Raumfahrt, um nur einige zu nennen
Beste Hochschulen: RWTH Aachen, TU Darmstadt, TU Freiberg, TU Ilmenau, FH Schmalkalden, HS Reutlingen, HS Offenburg, HS Magdeburg-Stendal, FHWT Vechta (privat), HTW Berlin, OTH Amberg
Frauenanteil: 28 %
Abbruchquote: 48 % (Bachelor)
Einstiegsgehalt (Ø): 50.000 Euro
Branchen/Berufsfelder: Wirtschaftsingenieurwesen, Bauindustrie, Maschinen-/Anlagenbau, Luft-/Raumfahrt, Energieindustrie, Forschung/Hochschule


