Kosten für deinen Studienplatz: So viel zahlt deine Uni für dich!

Kategorie
Study
Autor:in
jobmensa Redaktion
Aktualisiert am
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Kosten für deinen Studienplatz: So viel zahlt deine Uni für dich!

Kurzgesagt

Eine aktuelle Analyse des Statistischen Bundesamtes verdeutlicht die immense Kluft bei den Ausbildungskosten pro Studienplatz. Spitzenreiter ist die Humanmedizin mit jährlichen Kosten von ca. 31.000 Euro pro Kopf, gefolgt von der Veterinärmedizin. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie die Geisteswissenschaften, die weit unter dem Gesamtdurchschnitt von 6.850 Euro liegen. Diese Diskrepanz ergibt sich vor allem aus dem hohen Sachaufwand und der Infrastruktur (z. B. Unikliniken). Der Artikel wirft die kritische Frage auf, wie gerecht diese Verteilung ist, wenn gleichzeitig in den „günstigen“ Fächern über mangelhafte Bibliotheksausstattung und veraltete Technik geklagt wird.

  • Medizin als Kostentreiber: Die Ausbildung in der Human- und Veterinärmedizin ist aufgrund klinischer Infrastruktur und teurer Materialien die mit Abstand teuerste Disziplin.
  • Günstige Geisteswissenschaften: Sogenannte „Buchwissenschaften“ benötigen deutlich weniger finanzielle Mittel, leiden aber oft unter einem Mangel an Grundausstattung.
  • Strukturelle Ungleichheit: Die Kostenunterschiede sind sachlogisch begründbar (Labor vs. Bibliothek), führen aber zu Debatten über die Wertschätzung einzelner Fachbereiche.

Wissenschaft hat ihren Preis – doch dieser Preis unterscheidet sich je nach Hörsaal dramatisch. Während die einen lediglich einen Bibliotheksausweis und einen Laptop benötigen, brauchen die anderen hochmoderne Labore, spezialisierte Kliniken und teure Verbrauchsmaterialien. Die Debatte um die Kosten pro Studienplatz ist nicht nur eine Frage der Statistik, sondern rührt an den Kern der Bildungsgerechtigkeit: Warum investiert der Staat in einen Medizinstudierenden das Vielfache dessen, was ein künftiger Jurist oder Soziologe „wert“ ist? Wir werfen einen Blick auf die nackten Zahlen und die Frage, ob teurer auch gleichbedeutend mit wichtiger ist.

Billige Buchwissenschaftler*innen, teure Mediziner*innen: die Kosten, welche die Unis für das jeweilige Studienfach aufbringen müssen, schwanken enorm. Das Statistische Bundesamt hat nun eine Studie vorgelegt, aus der ersichtlich wird, was die Uni für welche Wissenschaft blechen muss. Womit hängt das zusammen? Sind einige Fachgebiete den Unis einfach weniger wert? Lies hier, wie hoch die Kosten für dein Studienfach pro Student*in sind.

Tabelle laufende Ausgaben für Grundmittel je Studierende*r

Die Ungleichheit der Fachgebiete

Was sofort ins Auge springt: die Medizinstudent*innen kosten die Hochschulen mit Abstand am meisten Kohle. Inklusive aller Material- und Uniklinikumskosten liegen die Kosten einer/s einzigen Medi-Student*in bei ganzen 31.000 Euro pro Jahr. Ganz schön happig! Auf dem zweiten Platz folgen dann die Veterinärmediziner*innen: pro Studienplatz in Deutschland belaufen sich die jährlichen Kosten auf immerhin noch fast 19.000 Euro. Bevor die Mediziner*innen sich die eigenen Taschen voll machen, muss die Uni also erstmal ordentlich für sie blechen!

Weitaus weniger kosten da die so genannten Bücherwissenschaftler*innen: also die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler*innen. Auch für die Geisteswissenschaftler*innen halten sich die Ausgaben in Grenzen. Hier müssen weitaus weniger und vor allem günstigere Lehrmaterialien angeschafft werden.

Die Frage nach der Gerechtigkeit

Im Schnitt gibt eine Hochschule für ein Studienfach 6850 Euro pro Jahr und pro Student*in aus. Während Fächer wie Sport, Ingenieurswissenschaft, WiSo und Sprach- und Kulturwissenschaft sich ungefähr auf diesem Niveau oder sogar stark darunter bewegen, sind die Mediziner*innen klare Ausreißer nach oben. Für sie muss ein Vielfaches von dem ausgegeben werden, was für andere Fächer Usus ist. Unweigerlich stellt sich da die Frage: Ist das gerecht?

Ist den Universitäten die Förderung der Human- und Veterinärmedizin wichtiger, als Geld für die anderen Fächer auszugeben? Müssen die anderen Fächer sich benachteiligt fühlen? Fakt ist: was die Lehrmaterialien angeht, sind die Voraussetzungen völlig unterschiedlich. So hängen an den Ausgaben für die Medi-Studis auch noch die Unikliniken dran, welche in ihrem Betrieb wahnsinnig viel Geld schlucken. Für ihre Ausbildung sind die Ausgaben unverzichtbar, das dürfte jedem einleuchten.

Wenn sich die Bücherwissenschaftler*innen hingegen über veraltete Lehrbücher, zu wenige Exemplare von Standardwerken in den Bibliotheken und überkommene Technik ärgern müssen, kann da schon mal Unmut aufkommen. Schließlich möchte sich niemand durch seine Studienwahl im Unialltag degradiert fühlen. Auch wenn unterschiedliche Voraussetzungen von Studienfach zu Studienfach da sind: für jeden Studierenden sollte das Beste möglich gemacht werden.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Schere zwischen den Disziplinen weit auseinandergeht und dies auch in Zukunft so bleiben wird. Die Herausforderung für die Bildungspolitik besteht darin, die unvermeidbaren hohen Kosten der Medizin zu decken, ohne dabei die „Buchwissenschaften“ finanziell ausbluten zu lassen. Gerechtigkeit bedeutet hier nicht Gleichverteilung, sondern eine bedarfsgerechte Ausstattung: Ein Medizinstudium braucht den OP-Saal, aber ein Philosophiestudium braucht eine exzellent bestückte Bibliothek und motivierte Dozenten, die nicht in Massenvorlesungen untergehen. Am Ende profitiert die Gesellschaft von der Qualität beider Extreme.

Häufige Fragen

Sind Medizinstudenten den Unis wirklich "mehr wert"?

Nein, der Wert ist nicht ideologisch, sondern technisch bedingt. Die Kosten entstehen durch Klinikbetrieb, teure medizinische Geräte und kleine Übungsgruppen am Patienten, was in einem Jurastudium schlicht nicht existiert.

Warum sind Geisteswissenschaften so günstig?

Hier sind Personal und Räumlichkeiten die Hauptfaktoren. Es werden keine Labore, keine Chemikalien und keine teuren Spezialmaschinen benötigt – Bücher und digitale Datenbanken sind im Vergleich deutlich günstiger.

Müssen Studierende in teuren Fächern höhere Beiträge zahlen?

Nein. In Deutschland sind die Semesterbeiträge an staatlichen Unis für alle Studierenden gleich hoch, unabhängig davon, ob das Fach 5.000 oder 30.000 Euro im Jahr kostet.

Was passiert, wenn die Kosten für ein Fach weiter steigen?

Die Universitäten müssen diese Mittel vom Land (Staat) einfordern. Dies führt oft zu Kürzungsdebatten in anderen Bereichen, wenn die Budgets insgesamt nicht wachsen.

Beeinflussen die Kosten die späteren Jobaussichten?

Nicht direkt. Ein „teures“ Studium garantiert kein hohes Gehalt (siehe Tiermedizin), und ein „günstiges“ Studium (siehe Jura oder BWL) kann zu Spitzengehältern führen.

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