Studentenwort des Jahres 2021: Alle Jugendwörter in einer Liste

Kategorie
Lifestyle
Autor:in
jobmensa Redaktion
Aktualisiert am
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Studierende lächeln

Kurzgesagt

Da die Wahl zum Jugendwort des Jahres 2019 durch den Langenscheidt-Verlag entfiel, führte Jobmensa eine eigene Umfrage unter mehr als 5.000 Studierenden durch. Ziel war es, den aktuellen Jargon der akademischen Community zu dokumentieren. Das Ergebnis zeigt eine starke Überschneidung mit der allgemeinen Jugendsprache, wobei der Begriff „Alman“ (eine scherzhafte Bezeichnung für klischeehaft deutsches Verhalten) den ersten Platz belegte. Die Studie verdeutlicht, dass jugendsprachliche Phänomene auch in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, die den Großteil der Teilnehmer ausmachten, fest verankert sind.

  • „Alman“ als Sieger: Mit 25 % der Stimmen setzte sich der Begriff, der deutsche Klischees persifliert, knapp gegen den Zweitplatzierten „safe“ durch.
  • Repräsentative Community-Wahl: Über 5.000 Teilnehmer stimmten ab, wobei die Mehrheit (70 %) zwischen 25 und 34 Jahre alt war – was zeigt, dass „Jugendsprache“ weit über das Teenager-Alter hinausreicht.
  • Historischer Kontext: Studentensprache ist kein modernes Phänomen; bereits im 18. Jahrhundert (u. a. bei Goethe) beeinflusste der studentische Jargon maßgeblich die Entwicklung der deutschen Standardsprache.

„WTF?!” haben wir uns gedacht, als der Langenscheidt-Verlag verkündete, dass 2019 kein Jugendwort des Jahres gekürt wird. Aber: Da wir mit Jobmensa nicht nur über die größte Plattform für Studentenjobs verfügen, sondern auch der Babo unter den Ehrenmännern und -frauen sind, waren wir so fly und haben uns der Sache in Form einer Umfrage zum Studentenwort des Jahres angenommen. Neben „Bratan“ (russ. Bruder) oder „Habibi“ (arab. Geliebter) standen den Teilnehmer*innen außerdem Begriffe wie „Gönnjamin“ (jmd., der sich etwas gönnt/leistet), das deutsche Klischees persiflierende „Alman“ oder „Lellek“ (poln. für Ziegenmelker) zur Auswahl.

Wie war das nochmal mit dem Jugendwort des Jahres?

Seit 2008 sollte die Wahl zum Jugendwort des Jahres die sich wandelnde Jugendsprache dokumentieren. Ins Leben gerufen wurde diese Aktion damals vom Langenscheidt-Verlag. Es folgte eine allgemeine Kritik: Man warf dem Veranstalter vor, die Abstimmung lediglich zu Werbezwecken zu nutzen. Hintergrund sei das Marketing für das Lexikon „100 Prozent Jugendsprache“. Darüber hinaus gab es diverse Zweifel an der Methodik, da Internetnutzer aller Altersgruppen daran teilnehmen konnten ‒ nicht nur Jugendliche.

Anfang dieses Jahres kaufte der zur konkurrierenden Klett-Gruppe gehörende Pons-Verlag dann Langenscheidt auf, weshalb das Jugendwort des Jahres 2019, aufgrund von interner Umstrukturierung, entfiel. Aber glücklicherweise liefern wir Ersatz: mit dem Studentenwort des Jahres!

Studentenwort des Jahres: Ask the Community!

Das Phänomen Jugendsprache ist in Deutschland kein neues. Bereits seit dem 18. Jahrhundert sammelten Student*innen, die damals im Vergleich deutlich jünger waren als heute, ihrem Jargon zugehörige Begriffe in speziellen Wörterbüchern. So auch Goethe, der ein kleines Potpourri an Studentenwörtern zusammenstellte. Langfristig gesehen hatte die Studentensprache somit großen Einfluss auf die deutsche Standardsprache.

Interessant ‒ so dachten wir uns ‒ wäre es doch mal herauszufinden, wie sehr sich die heutige Jugendsprache von der Studentensprache unterscheidet. Während andere anhand der Google-Suchanfragen ein Ranking zum Jugendwort des Jahres starteten, haben wir einfach unsere Community gefragt und das Studentenwort des Jahres 2019 gekürt.

Alman versus safe ‒ eine knappe Geschichte

Das Ergebnis der direkten Befragung: „Alman” ging aus einem Kopf-an-Kopf-Rennen als Sieger hervor und ist somit Studentenwort des Jahres 2019. Ganze 25 % der insgesamt 5247 Teilnehmer entschieden sich für den Begriff, der von der jungen Generation gern benutzt wird, um sich über eine Person lustig zu machen, die besonders klischeehaft deutsch ist. Bekannt wurde das eigentlich türkische Wort auch durch die in den Social Media kursierenden „Alman-Memes”. Darauf folgt „safe“, das sich nur knapp geschlagen geben musste.

Studentenwort des Jahres: die Top 5

23 % der Studierenden gaben an, „Safe“ sei ihr Lieblingswort. Es bedeutet kurz und knackig: „Soviel ist sicher”. Nach „Alman“ und „safe“ folgt „Cringe!” (etwas oder jemand ist richtig peinlich) mit schon deutlichem Abstand (10 %) auf dem 3. Platz. „Gönnjamin“ landete in einem wahren Fotofinish (+4 Votes) vor „Habibi / Habibti“ auf Rang 4 ‒ beide erhielten jeweils 8 % der Stimmen. Ebenfalls interessant: „Bratan und Bratina” (s. o.) mit 5 % auf dem 7. Platz. Diese Wortschöpfung geht auf den Rapper Capital Bra zurück. Gemeint ist hier ein besonders enger Kumpel oder eine wirklich gute Freundin.

Jobmensa Fazit

Studentenwort gleich Jugendwort? Insgesamt haben wir 10.000 Studierende unserer Jobmensa Community befragt, von denen sich knapp die Hälfte an der Umfrage beteiligten. Unter den Teilnehmer*innen waren nahezu gleich viele Frauen wie Männer. Während ca. 30 % im Alter von 18–24 Jahren* abstimmten, waren es die Studierenden im Alter von 25–34 Jahren, die mit 70 % den Großteil ausmachten. Letztere Personengruppe würde man wohl nicht mehr zu der klassischen Jugend zählen, die Teilnahme der Abstimmung lässt jedoch vermuten, dass die Begriffe des Jugendjargons durchaus auch im allgemeinen studentischen Kosmos anzutreffen sind. Letztlich steht hier ja sowieso der Spaßfaktor im Vordergrund.

*(Durchschnittsalter Studierender in Deutschland liegt bei 23,4 Jahren; vgl. Fachkraft 2030) .

Häufige Fragen

Warum gab es 2019 kein offizielles Jugendwort von Langenscheidt?

Aufgrund der Übernahme des Langenscheidt-Verlags durch die Klett-Gruppe (Pons) und damit verbundener interner Umstrukturierungen wurde die Wahl in diesem Jahr offiziell ausgesetzt.

Was bedeutet der Gewinnerbegriff „Alman“?

„Alman“ ist das türkische Wort für „Deutscher“. In der Jugendsprache wird es verwendet, um Personen zu bezeichnen, die sich besonders klischeehaft deutsch verhalten (z. B. extreme Pünktlichkeit, Pedanterie oder das Tragen von Socken in Sandalen).

Was ist der Unterschied zwischen „Bratan“ und „Habibi“?

„Bratan“ stammt aus dem Russischen und bedeutet „Bruder“ bzw. enger Kumpel (bekannt durch Rapper wie Capital Bra). „Habibi“ kommt aus dem Arabischen und bedeutet „mein Geliebter“ oder „Schatz“, wird aber oft unter Freunden als „Freund/Kumpel“ genutzt.

Ist „Cringe“ ein neues Wort?

Der Begriff stammt aus dem Englischen (zusammenzucken/erschaudern) und beschreibt im studentischen Jargon Fremdscham oder eine extrem peinliche Situation. Er landete 2019 auf Platz 3 der Umfrage.

Sind Studierende nicht eigentlich zu alt für Jugendsprache?

Die Umfrage zeigt das Gegenteil: 70 % der Teilnehmer waren über 25 Jahre alt. Da das Durchschnittsalter der Studierenden in Deutschland bei ca. 23,4 Jahren liegt, fließt die Jugendsprache ganz natürlich in den universitären Alltag ein.

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