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Alles rund um Boreout: Wenn Langeweile und Unterforderung krank machen
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jobmensa Redaktion
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Inhaltsverzeichnis
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Kurzgesagt:
Der Artikel definiert den Boreout als das krankmachende Phänomen von chronischer Unterforderung und Langeweile, das laut Studien bereits über zehn Prozent der Arbeitnehmer betrifft. Die Symptome – darunter Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit und Depressionen – ähneln denen eines Burnouts, werden jedoch durch einen Mangel an sinnvollen Aufgaben und fehlende Anerkennung ausgelöst. Betroffene leiden unter dem zusätzlichen Stress, ihre Beschäftigungslosigkeit vor Vorgesetzten vortäuschen zu müssen. Der Text identifiziert insbesondere Büroberufe und unpassende Studiengänge als Risikozonen und rät Betroffenen zu radikaler Ehrlichkeit, Eigeninitiative im Gespräch mit Vorgesetzten sowie im Extremfall zum Job- oder Fachwechsel.
- Unterforderung als Krankheitsauslöser: Boreout ist kein Ausdruck von Faulheit, sondern eine psychische Belastung durch fehlende Sinnerfüllung und das zwanghafte Kaschieren von Leerlauf.
- Identifikation als Prävention: Die Wahl eines Studienfachs oder Berufs, der echtes Interesse weckt, ist der wichtigste Schutzfaktor gegen spätere chronische Langeweile.
- Handlungszwang bei Stillstand: Wenn Eigeninitiative und Gespräche mit Vorgesetzten keine Besserung bringen, sind professionelle Beratung oder eine Kündigung oft die einzigen Wege aus der Resignationsfalle.
In einer Gesellschaft, die Stress oft als Statussymbol und Zeichen von Wichtigkeit feiert, klingt „zu wenig zu tun“ zunächst nach einem Luxusproblem. Doch der Schein trügt: Während das Burnout-Syndrom durch Überlastung Schlagzeilen macht, rückt ein ebenso gefährlicher Gegenspieler in den Fokus: der Boreout. Chronische Unterforderung und lähmende Langeweile am Arbeitsplatz oder im Hörsaal sind keine Anzeichen von Faulheit, sondern ernstzunehmende Gesundheitsrisiken. Wenn die tägliche Aufgabe nur noch darin besteht, die eigene Untätigkeit vor anderen zu kaschieren, beginnt ein psychischer Teufelskreis. Wir beleuchten, warum Nichtstun krank machen kann und wie man den Weg zurück zu einer erfüllenden Aufgabe findet.
Wenn Langeweile und Unterforderung krank machen
Immer mehr Menschen fühlen sich am Arbeitsplatz unterfordert oder gelangweilt. Die Folge: im Gegensatz zu überarbeiteten Kollegen mit dem Burnout Syndrom erkranken die Betroffenen aufgrund von mangelnder Beschäftigung am Boreout. Auch im Studium kann man vom Boreout betroffen sein. Deshalb klären wir im folgenden Artikel:
Definition: Was ist ein Boreout?
Symptome: Wodurch zeigt sich ein Boreout?
Ursachen: Woher kommt der Boreout und wer ist besonders gefährdet?
Maßnahmen: Was kann man gegen einen Boreout tun?
Vorbeugung: Wodurch kommt es erst gar nicht zu einem Boreout?
Was ist der Boreout?
Das Burnout Syndrom ist den meisten mittlerweile geläufig – Leistungsträger leiden unter Stress aufgrund von enormem Arbeitsaufwand. Der Boreout stellt den Gegenpol zum Burnout dar, ist jedoch nicht zu unterschätzen.
Menschen mit dem Boreout leiden unter chronischer Langeweile und Unterforderung am Arbeitsplatz. Laut einer Studie der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) betrifft dieses Phänomen aktuell über zehn Prozent der Arbeitnehmer.
Welche Symptome zeigen sich bei einem Boreout?
Die körperlichen und emotionalen Auswirkungen eines Boreouts sind durchaus mit denen eines Burnouts zu vergleichen. Betroffene fühlen sich niedergeschlagen, antriebslos, haben Schlafprobleme und fühlen sich wertlos. Da sie auf der Arbeit nicht viel leisten müssen, erhalten sie keine Anerkennung und bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Sie entwickeln ein zunehmendes Desinteresse an der eigenen Arbeit und resignieren irgendwann. Dazu kommt der Stress, dass die Betroffenen ihre Langeweile am Arbeitsplatz kaschieren müssen. Damit nicht der Verdacht aufkommt, dass ihr Arbeitsplatz überflüssig sei, ziehen sie Aufgaben oft unnötig in die Länge, tippen wahllos in Dokumenten herum und machen teilweise sogar Überstunden. In unserer Leistungsgesellschaft ist Nichts-Tun verpönt, deshalb tun die Arbeitnehmer alles, damit ihre Untätigkeit nicht auffällt.
Auch im Studium kann zunehmende Langeweile und Unterforderung zu einem Boreout führen, wenn man sich mit seinem Fach nicht richtig identifiziert oder denkt, mehr leisten zu können. Die körperlichen Folgen des psychischen Stresses können Depressionen, Herz-Kreislauf Erkrankungen oder chronische Verspannungen sein. Boreout Betroffene sollten nicht als faul abgestempelt werden, schließlich würden sie gerne mehr leisten, bekommen aber keine Gelegenheit dazu.
Was sind die Ursachen für den Boreout und wer ist besonders gefährdet?
Besonders Bürojobs oder Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor sind vom Boreout betroffen. In handwerklichen Berufen kann man nicht vortäuschen, beschäftigt zu sein. Auch Selbstständige fühlen sich kaum unterfordert oder gelangweilt, schließlich sind sie für sich selbst verantwortlich. Im Büro hingegen kann es durch falsche oder zu wenig Aufgaben schneller zum Boreout kommen, auch da durch Softwares den Arbeitern mittlerweile vieles abgenommen wird.
Im Studium können vor allem fehlende Identifikation mit dem Fach oder eintönige Veranstaltungen zum Boreout führen.
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Maßnahmen gegen den Boreout
1. Einsicht
Sich einzugestehen oder sogar vor anderen preiszugeben, dass man zu wenig zu tun hat, ist in Zeiten in denen Stress ein Statussymbol ist, nicht gerade leicht. Trotzdem ist die Reflexion der eigenen Situation der erste Schritt zur Besserung. Man sollte sich selbst Fragen stellen wie:
Habe ich genug zu tun? Bin ich ausgelastet und gefordert? Bekomme ich Anerkennung für meine Arbeit? Habe ich Spaß und bin interessiert an dem, was ich tue?
2. Eigeninitiative
In erster Linie ist man selbst dafür verantwortlich, an seiner Situation etwas zu verändern. Suche deshalb das Gespräch mit Vorgesetzten oder Dozenten, bitte um neue Aufgaben oder überlege dir selbst, an welcher Stelle du dich mehr einbringen kannst. So wirst du auch nicht als fauler oder untätiger Arbeitnehmer wahrgenommen, sondern als engagiert und fleißig.
3. Hilfe suchen
Wenn sich die Situation auf der Arbeit nicht verbessert, scheue nicht, auch bei einem Boreout professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychologen beraten und helfen, wenn man sich nutzlos und chronisch unterfordert fühlt. Mit Berufsberatern können zudem neue Perspektiven für das Arbeits- und Studienleben erörtert werden.
4. Kündigung/Studienwechsel
Gibt es an deinem aktuellen Arbeits- oder Studienplatz keine Möglichkeit der Umgestaltung, solltest du im Notfall kündigen oder dein Studienfach wechseln. Das erfordert natürlich Mut, aber in einem anderen Job oder in einer anderen Studienrichtung kannst du deinen eigenen Erwartungen eventuell besser gerecht werden.
Vorbeugung gegen einen Boreout
Den Grundstein für deine berufliche Zukunft legst du selbst mit deiner Ausbildung oder deinem Studium. Entscheide dich also von Anfang an für eine Richtung, die dich wirklich interessiert und wo du dir vorstellen kannst, dein Leben lang darin zu arbeiten. Fachliche Identifikation ist das A und O für ein ausgefülltes Arbeitsleben. Wenn man bereits im Studium Langeweile oder Desinteresse für die Inhalte verspürt, wird es im Beruf später höchstwahrscheinlich nicht anders aussehen. Gute Bezahlung sollte nicht deine einzige Motivation für einen Job sein, sondern aufrichtiges Interesse daran.
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Fazit
Neben dem Burnout mach nun auch das Boreout durch krankhafte Langeweile und Unterforderung die Runde. Die psychischen und physischen Folgen können hier ähnlich verheerend sein, Depressionen sind nicht selten. Besonders gefährdet sind Arbeitnehmer in Bürojobs mit zu wenig oder eintönigen Aufgaben, sowie Studenten, die sich mit ihrem Studienfach nicht richtig identifizieren können. Deshalb legt die richtige Studienwahl bereits den Grundstein für ein glückliches Arbeitsleben. Im Falle eines Boreouts sollte man sich diesen zunächst selbst eingestehen, durch Eigeninitiative eine Verbesserung anstreben, professionelle Unterstützung suchen und im Notfall den Job oder das Studienfach wechseln.
1. Was ist der Hauptunterschied zwischen Burnout und Boreout?
Während Burnout durch zu viel Arbeit und emotionalen Stress entsteht (Überforderung), resultiert Boreout aus zu wenig oder rein eintönigen Aufgaben (Unterforderung). Die gesundheitlichen Folgen wie Erschöpfung und Niedergeschlagenheit sind jedoch oft identisch.
2. Warum täuschen Boreout-Betroffene Arbeit vor, anstatt nach mehr Aufgaben zu fragen?
In unserer Leistungsgesellschaft gilt „Nichts-Tun“ als verpönt. Betroffene haben oft Angst, als überflüssig wahrgenommen zu werden oder ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn auffällt, dass ihre Aufgaben in viel kürzerer Zeit erledigt werden könnten.
3. Kann man auch als Student einen Boreout bekommen?
Ja. Wenn die Inhalte als völlig belanglos empfunden werden, die Veranstaltungen eintönig sind oder man sich intellektuell unterfordert fühlt, kann sich auch im Studium eine gefährliche Spirale aus Desinteresse und Resignation entwickeln.
4. Welche Berufe sind besonders gefährdet?
Vor allem Jobs im Dienstleistungssektor und klassische Bürotätigkeiten sind betroffen, da hier Arbeitsabläufe oft stark automatisiert sind. Handwerkliche Berufe oder Selbstständige sind aufgrund der direkten Sichtbarkeit von Ergebnissen und der hohen Eigenverantwortung seltener betroffen.
5. Was kann ich konkret tun, wenn ich mich unterfordert fühle?
Der erste Schritt ist die Selbstanalyse. Danach sollte man das Gespräch mit dem Chef oder Dozenten suchen und proaktiv um neue Projekte bitten. Hilft das nicht, sollte man über einen Standortwechsel (Job oder Uni) nachdenken, bevor die psychische Gesundheit dauerhaft leidet.
jobmensa Redaktion
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