Der nächste große Schritt: Zusammenziehen! 10 Tipps wie’s klappt

30.06.2014

BeziehungRatgeberTipps &TricksWohnen & Leben
Author: Redaktion
Autor*inRedaktion
Lächelndes Paar kurz vor dem Zusammenziehen

Die Studienzeit ist die Zeit, in der du langsam aber sicher erwachsen wirst. Und das nicht nur beruflich,sondern manchmal auch privat: Die Zeit der Teenie-Beziehungen ist vorbei und während sich zu Beginn des Studiums vielleicht noch viele deiner Kommiliton*innen auf den Ersti-Partys ausgetobt haben, begegnest du im weiteren Studienverlauf immer mehr Leuten, die in immer festeren Partnerschaften stecken. Die Wahrscheinlichkeit, die große Liebe im Studium zu finden, ist ja auch ziemlich hoch. Wo sonst hängen so viele Leute mit ähnlichen Interessen und Träumen auf einem Raum? Und jung sind sie alle und gut sehen sie auch noch aus. Beste Voraussetzungen, um vielleicht sogar die Liebe des Lebens zu finden! In jedem Fall nutzen viele die Studienzeit für den nächsten Schritt auf der Lebensleiter. Nicht fürs Heiraten (out) oder für Babys (viel zu früh), sondern fürs Zusammenziehen. Doch was sollte man beim Zusammenziehen beachten? Damit die Liebe in den ersten eigenen vier Wänden nicht rostet, kommen hier 10 gute Tipps fürs Zusammenziehen mit dem Partner oder der Partnerin:

Tipp 1: Die bewusste Entscheidung

Wenn das erste Zusammenziehen aus einer spontanen Situation – dein Freund oder deine Freundin steht gerade ohne Wohnung da, bei dir wird ein Zimmer frei – entsteht, ist das oft kontraproduktiv. Dein Freund oder deine Freundin erwartet, dass du ihn oder sie aufnimmst, du willst ihn/sie nicht verletzen, plötzlich tauchen in deiner Wohnung immer mehr Möbel deines Freundes/deiner Freundin auf, aus einem Monat wird ein halbes Jahr – und am Ende wohnt ihr zusammen, ohne dass ihr es je wirklich beschlossen habt. Probleme sind vorprogrammiert. Im besten Fall entsteht das erste Zusammenziehen nicht aus einer Notsituation heraus, sondern aus dem Wunsch nach einem gemeinsamen Zuhause.

Tipp 2: Probt das Zusammenwohnen

Wie es wirklich sein wird zusammen zu wohnen, könnt ihr vorab nicht wirklich wissen. Aber ein bisschen vortesten lässt es sich eben doch. Wie wäre es zum Beispiel mit einer mehrwöchigen gemeinsamen Reise oder mit einem Campingtrip? Wer sich nach einer Woche im Zelt schon so richtig in den Haaren hat oder nicht weiß, worüber er mit dem anderen noch reden soll, muss sich mit dem Zusammenziehen mit dem/der Freund*in wohl noch etwas gedulden. Das Gefühl, das nach längerer Zeit auf engem Raum überwiegen sollte, ist schon: „Das fand ich gut. Da will ich mehr von!“

Tipp 3: Findet einen gemeinsamen Ort

Ist die Frage des Zusammenziehens erstmal geklärt, folgt gleich die nächste Frage, nämlich: Wo eigentlich? Es hat sich in der langen Tradition des Pärchen-Zusammenziehens bewährt, gemeinsam neu anzufangen. Wenn der eine beim anderen einzieht, bleibt da doch oft das schale Gefühl des Eindringens ins fremde Territorium. Die meisten Paare finden es schöner, gemeinsam auf die gemütlichste Bar in der Umgebung und die Eisdiele mit dem leckersten Eis zu stoßen und die neuen Nachbar*innen zusammen kennenzulernen.

Tipp 4: Genügend Platz für beide

Auch wenn es günstiger ist – in der ersten Wohnung solltet ihr nicht mit Platz sparen. Denn viele Streits entstehen dadurch, dass beide ständig aufeinander hängen. Es ist gut, wenn jeder einen Rückzugsort hat, wenn es eine Trennung von Arbeits- und Schlafraum gibt, wenn es Orte gibt, an denen ihr euch trefft und Orte, an denen ihr auch mal allein sein könnt. Was nutzt es am Ende, wenn ihr die Zwei- statt der Dreizimmerwohnung wählt und jeder 100 Euro weniger zahlt, dafür aber eure Beziehung in die Brüche geht?

Tipp 5: Das eigene Leben

Viele Pärchen verschmelzen, wenn sie zusammenziehen zu einer Person. Plötzlich erscheint es unvorstellbar, länger auf der Party zu bleiben, wenn der andere schon nach Hause will oder sich allein mit Freund*innen zu verabreden – dabei war das früher ganz normal. Ein wichtiger Tipp fürs Zusammenziehen: Führt euer eigenes Leben weiter. Dann gibt es einerseits keinen Stress mit vernachlässigten Freund*innen oder dem Nebenjob und andererseits keine unangenehmen Abhängigkeiten innerhalb der Beziehung.

Tipp 6: Die besonderen Momente

Nichtsdestotrotz sollte die Beziehung einen hohen Stellenwert behalten. Da ihr jetzt sowieso immer zusammen abhängen könnt, besteht die Gefahr, dass ihr euch nicht mehr wirklich verabredet. Früher habt ihr euch getroffen, wart im Kino, auf Partys oder am See. Jetzt seht ihr euch sowieso jeden Tag und am Abend sitzt jeder noch an seinem Computer, so richtig Mühe gibt sich keiner mehr. Doch die ganze passive Zeit, die ihr zusammen verbringt, sollte die aktive Zeit nicht in den Schatten stellen. Nehmt euch Zeit für einander, macht euch für den anderen schick und datet euch wieder! Alles andere führt ganz leicht zum Alltagstrott.

Tipp 7: Putzplan und andere Regeln

Früher habt ihr einander besucht und es gab keine Probleme mit dem Haushalt. Jeder hat sich eben darum gekümmert, was in seiner Wohnung angefallen ist. In der ersten gemeinsamen Wohnung kann es da durchaus zu Unstimmigkeiten kommen. Auf einmal nervt dich, dass dein Freund nie abspült oder deine Freundin immer ihre Haare in der Dusche lässt. Schön ist es, wenn es mit dem Haushalt ganz von selber klappt und je nach Stresslevel mal der eine, mal der andere mehr übernimmt. Wenn sich jedoch ein dauerhaftes Ungleichgewicht ergibt, dann stellt lieber Regeln auf – wie in einer Wohngemeinschaft. Das ist besser, als sich andauernd über Kleinigkeiten zu streiten oder dem anderen still Vorwürfe zu machen. Vielleicht putzt der eine lieber das Bad, der andere die Küche. Der eine will Waschen, der andere Bügeln. Ihr werdet bestimmt eine Einigung finden!

Tipp 8: Die Marotten des anderen akzeptieren

Irgendwann muss es kommen, wenn du mit jemandem zusammenwohnst. Eine Marotte deines Partner/deiner Partnerin beginnt dich plötzlich zu nerven. Dein Freund niest so laut, deine Freundin stellt jeden Morgen den Snooze-Wecker zehn Mal aus. Eigenschaften, die du vorher niedlich fandest, werden plötzlich zu unüberwindbaren Hindernissen im alltäglichen Miteinander. Was tun? Vergegenwärtige dir die Situation und wäge ab: Besteht tatsächlich Grund zur Verärgerung, weil die Marotte dich direkt betrifft – zum Beispiel die Tatsache, dass du durch den Snooze-Wecker jeden Morgen zehn Mal aufwachst? Dann sprich mit deinem Partner/deiner Partnerin und hoffe auf seine Kooperation. Ist dein Ärger irrational, denn im Grunde geht dir das Niesgeräusch nur auf den Zeiger, es behindert dich aber nicht – dann übe dich in Toleranz, indem du dir vor Augen hältst, wie irrational dein Ärger ist. Ein kleiner Trost: Auch Marotten schleifen sich ein. Was dich in den ersten sechs Monaten noch auf die Palme bringt, hörst du später gar nicht mehr.

Tipp 9: Abstand gewinnen

Immer wenn euch die Decke auf den Kopf fällt, lohnt es sich, einfach mal Abstand vom anderen zu gewinnen. Ein Wochenende bei deinen Eltern oder ein Urlaub mit einer/einem alten Schulfreund*in bewirken wahre Wunder. Dann wirst du endlich wieder das Gefühl haben, deinen Partner/deine Partnerin zu vermissen und wenn er/sie dich vom Bahnhof abholt, dann kribbelt es ganz bestimmt!

Auch ein regelmäßiger und lukrativer Studentenjob wird dich in Sachen Beziehung ablenken. So kannst du dich auf deine berufliche Zukunft konzentrieren, die Ziele verfolgen, die du dir für später vorstellst und nebenbei noch gutes Geld für dich oder die gemeinsame Wohnung verdienen.

Tipp 10: Erkennen, wenn es nicht funktioniert

Nach einem halben Jahr Eingewöhnungszeit merken die meisten Paare, in welche Richtung das gemeinsame Projekt geht. Ihr habt einen gemeinsamen Alltag gefunden, habt euch gestritten und wieder vertragen und Kompromisse geschlossen. Ihr habt gelernt, wie ihr zusammenlebt. Viel Spaß weiterhin in der gemeinsamen Wohnung! Es kann aber leider auch anders kommen. Ihr habt das Gefühl, dass es an allen Ecken und Enden hakt. Ihr streitet euch öfter als früher, wisst nicht mehr so richtig, was ihr am anderen habt und wünscht euch eigentlich in die Zeit vor dem Zusammenziehen zurück. Wenn euch etwas an eurer Beziehung liegt, dann verpasst nicht den Punkt zu erkennen, dass es mit dem Zusammenziehen (noch) nicht funktioniert. Wer sich erstmal Monate und Jahre in einer schlecht funktionierenden Pärchenwohnung aufgerieben hat, wird eines Tages einfach die Koffer packen und es gibt normalerweise kein Zurück mehr. Wer frühzeitig bemerkt, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war für gemeinsame Wohn- und Schlafzimmer, Alltag und Putzplan – der bekommt vielleicht noch mal eine zweite Chance!