Alles was du über das Motivationsschreiben wissen solltest

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Kurzgesagt:

Das Motivationsschreiben ist ein ergänzendes Dokument zur Bewerbung, das vor allem bei Stipendien, Auslandsaufenthalten oder auf expliziten Wunsch von Arbeitgebern zum Einsatz kommt. Es dient dazu, die persönliche Eignung, tiefgreifende Beweggründe und individuelle Ziele detaillierter darzustellen, als es im klassischen Anschreiben möglich wäre. Mit einer Länge von ein bis zwei Seiten bietet es eine hohe Gestaltungsfreiheit und ermöglicht es, das eigene Bewerberprofil präzise mit dem Unternehmensprofil zu verknüpfen. Wichtig ist jedoch: Ohne echten Mehrwert oder explizite Aufforderung sollte auf die „Dritte Seite“ verzichtet werden, um die Bewerbung nicht künstlich aufzublähen.

In der Standard-Bewerbung sind die Rollen klar verteilt: Das Anschreiben weckt das Interesse, der Lebenslauf liefert die Fakten. Doch manchmal reicht das nicht aus. Wenn ein Unternehmen, eine Stiftung oder eine Universität tiefer blicken möchte, schlägt die Stunde des Motivationsschreibens. Auch bekannt als die „Dritte Seite“, bietet dieses Dokument den Raum, den ein eng gefasstes Anschreiben nicht lassen kann. Hier geht es nicht um starre Floskeln, sondern um Ihre persönliche Geschichte, Ihre Visionen und das „Warum“ hinter Ihrer Bewerbung. Erfahren Sie, wie Sie diese gestalterische Freiheit nutzen, um sich aus der Masse der Bewerber hervorzuheben.

Wann es sinnvoll ist und wie du es verfasst

Normalerweise vermittelst du dem Personalchef deine Motivation für eine ausgeschriebene Stelle im Anschreiben. Es kann jedoch vorkommen, dass in der Anzeige explizit ein Motivationsschreiben von dir gewünscht wird. Dann solltest du dich natürlich auch daran halten! In den meisten Fällen wird dir das Motivationsschreiben bei Bewerbungen um Auslandsaufenthalte, Stipendien und Förderungen unterkommen. Wenn du für eine Bewerbung ein Motivationsschreiben verfassen sollst, achte darauf, dass sich die Inhalte von Anschreiben und Motivationsschreiben nicht doppeln.

In dem Fall solltest du in deinem Anschreiben nur kurz und knapp darlegen, auf welche Stelle du dich bewerben möchtest und im Motivationsschreiben anschließend tiefer auf deine Motivation, deine Persönlichkeit, deine Erfahrungen und Kompetenzen eingehen.

Ein Motivationsschreiben kann ein bis zwei Seiten lang werden. Normalerweise findest du die gewünschte Längenangabe in der Stellenausschreibung.

Die Position des Motivationsschreibens in deiner Bewerbung ist die dritte Seite, deshalb ist das Motivationsschreiben auch als Dritte Seite bekannt.

Worauf solltest du achten?

Anders als bei den meisten anderen Bestandteilen deiner Bewerbung hast du beim Motivationsschreiben die Freiheit, dich ganz individuell vorzustellen. Es gibt deutlich weniger Vorgaben und Konventionen, sodass du deiner Kreativität freien Lauf lassen darfst.

Es kann allerdings nicht schaden, einige Aspekte zu berücksichtigen, damit dein Schreiben in sich gut aufgebaut ist:

  • Wie der Name schon sagt, steht im Mittelpunkt des Motivationsschreiben deine Motivation

  • Du kannst außerdem ausführlicher als im Anschreiben auf dein Bewerberprofil eingehen

  • Berücksichtige in Bezug auf deine Eignung auch das jeweilige Unternehmensprofil

  • Nutze die Gestaltungsfreiheit, die dir das Motivationsschreiben bietet

Deine Motivation

Was hebt dich von den anderen Bewerbern ab? Warum willst genau du genau diese Stelle in genau diesem Unternehmen haben? Wenn der Arbeitgeber ein Motivationsschreiben wünscht, ist ihm dieser Punkt in deiner Bewerbung besonders wichtig. Es genügt ihm nicht, Floskeln von dir zu hören à la „Mit großem Interesse habe ich Ihre Ausschreibung gelesen“ – er will genau wissen, worin sich dieses Interesse begründet.

Du solltest dementsprechend ins Detail gehen, wenn du deine Motivation beschreibst. Welche Aufgabenfelder interessieren dich besonders? In welchen Bereichen siehst du deine Stärken? Hast du schon länger darauf hingearbeitet, eine Position wie die ausgeschriebene einzunehmen? Und wenn ja, warum?

In diesem Abschnitt ist es wichtig, dem Personalchef zu verdeutlichen, dass du dich nicht aus einer Laune heraus auf die Stelle bewirbst, sondern dass du sie sozusagen als deinen Traumjob ansiehst.

Dein Bewerberprofil

Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein, deshalb hast du dort oft nur wenige Sätze zur Verfügung, um dein Profil zu beschreiben. Wenn der Arbeitgeber ein Motivationsschreiben von dir haben möchte, bedeutet das auch, dass du ausführlicher auf deine Fähigkeiten, Qualifikationen und Erfahrungen eingehen kannst. Achte dabei darauf, dass du nicht blindlings aufzählst, sondern die Qualifikationen auswählst, die auch auf die Ausschreibung passen. Du musst im Motivationsschreiben nicht unbedingt mehr Qualifikationen nennen, hast dafür aber Platz die einzelne Erfahrung genauer zu beschreiben.

Denke daran, dass der Arbeitgeber vor allem deshalb ein Motivationsschreiben wünscht, weil er dich individueller kennen lernen will. Deine Individualität betonst du jedoch nicht dadurch, dass du möglichst viele Eigenschaften aufzählst, sondern stattdessen ausführst, was du durch einzelne Stationen in deinem Lebenslauf lernen und mitnehmen konntest und welche Pläne du dadurch für die berufliche Zukunft geschmiedet hast.

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Das Unternehmensprofil

Da der Arbeitgeber sich wünscht, dass du dich ganz speziell für sein Unternehmen bewirbst, solltest du im Motivationsschreiben das Unternehmensprofil berücksichtigen. Recherchiere vorab Firmenphilosophie, Produktpalette und Marktposition des Unternehmens, um darauf eingehen zu können, was genau dir an dem Unternehmen gefällt und welche Herausforderungen für dich spannend sein könnten. Gehe an dieser Stelle auch auf die Anforderungen ein, die in der Annonce gestellt werden und beschreibe, inwiefern du die vakante Stelle durch dein Bewerberprofil ausfüllen kannst.

Deine Gestaltungsfreiheit

Dein Lebenslauf, das Anschreiben und die Anlagen unterliegen alle bestimmten Formaten und Formalien und sind bei jedem Bewerber ähnlich aufgebaut. Im Motivationsschreiben kannst du gestalterische Freiheit walten lassen – denn dabei geht es um dich als Person.

Verleihe deinem Motivationsschreiben eine persönliche Note zum Beispiel durch Grafik und Stil.

Achte dabei aber auf die Konventionen der jeweiligen Branche! In der Medien-, IT- und Kreativbranche kannst du durch witzige Ideen punkten, während im Versicherungswesen, Finanzsektor oder der Wirtschaft Motivationsschreiben oft sogar eine Hürde darstellen. Die Personaler nutzen sie manchmal eher um Bewerber auszusortieren, als dass sie sich von den Motivationsschreiben überzeugen lassen.

Wichtig ist: Wenn ein Motivationsschreiben nicht explizit erwünscht ist und du große Schwierigkeiten hast, einen adäquaten Inhalt dafür zu finden, dann lass die Dritte Seite lieber weg. Denn das Motivationsschreiben ist keine Pflicht!

Fazit

Das Motivationsschreiben ist weit mehr als eine bloße Pflichtübung – es ist Ihre strategische Chance, Ecken und Kanten zu zeigen und eine echte emotionale Brücke zum Arbeitgeber zu bauen. Wer die Freiheit der „Dritten Seite“ nutzt, um schlüssig darzulegen, wie die eigenen Kompetenzen und die Werte des Unternehmens ineinandergreifen, beweist nicht nur Engagement, sondern auch Reflexionsvermögen. Letztlich ist es das ideale Werkzeug für alle, die nicht nur durch Qualifikationen, sondern durch ihre Persönlichkeit überzeugen wollen. Nutzen Sie diesen Raum, um aus Ihrem Traumjob eine reale Zusage zu machen!

Immer dann, wenn es in der Stellenausschreibung explizit gefordert wird. Besonders häufig ist dies bei Bewerbungen für Stipendien, soziale Projekte oder Auslandssemester der Fall.

Während das Anschreiben sachlich den Bezug zur Stelle herstellt, geht das Motivationsschreiben tiefer. Es erklärt die persönlichen Beweggründe, beschreibt Erfahrungen detaillierter und stellt eine engere Verbindung zur Firmenphilosophie her.

Es wird üblicherweise nach dem Anschreiben und dem Lebenslauf eingeordnet, weshalb es oft als „Dritte Seite“ bezeichnet wird.

Ja, die Gestaltungsfreiheit ist hier höher. Dennoch sollte das Design zur Branche passen: In der Kreativbranche ist mehr Mut gefragt, in konservativen Bereichen wie dem Finanzwesen sollte der Stil professionell und zurückhaltend bleiben.

Nur, wenn Sie wirklich relevante Informationen haben, die im Rest der Unterlagen keinen Platz finden. Ein Motivationsschreiben ohne Mehrwert wirkt auf Personaler oft eher belastend als überzeugend.

Bild von jobmensa Redaktion

jobmensa Redaktion

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