Der Studienkredit

Die Finanzierung des Studiums ist für viele junge Menschen ein heikles Thema. Wenn man keine oder nur wenig Unterstützung durch BAföG, die Eltern oder eine weitere Geldquelle wie ein Stipendium oder Nebenjob erhält, bleibt für zahlreiche Studenten nur eine Option: sie beantragen einen Studienkredit. Bereits 4% der Studierenden nehmen einen Studienkredit in Anspruch, Tendenz steigend. Dies hängt vor allem mit den momentan vergleichsweise günstigen Konditionen und niedrigen Zinssätzen zusammen. Doch ein Studienkredit birgt auch viele Risiken. Deshalb findest du hier unsere Checkliste für den Studienkredit!

Die Checkliste im Überblick:

  • Die Voraussetzungen für einen Kredit evaluieren
  • Die richtige Beratung heranziehen
  • Die Höhe des Kredites abschätzen
  • Die Konditionen checken
  • Die Unterlagen zur Beantragung zusammenstellen  

Voraussetzungen

Statt sich unüberlegt für eine Finanzierung durch einen zu Kredit entscheiden, sollte man zunächst überprüfen, ob man dafür überhaupt die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Zur Aufnahme eines Kredites musst du in jedem Fall volljährig sein, was für viele zukünftige Studienanfänger aufgrund des Abiturs nach 8 Jahren keine Selbstverständlichkeit ist. Die Zielgruppe für einen Studienkredit ist zwischen 18 und 44 Jahre alt. Hinzu kommt deine Staatsbürgerschaft. Wenn du keinen deutschen Pass besitzt, musst du dir bei der zuständigen Ausländerbehörde eine Bescheinigung für deine Aufenthaltsgenehmigung ausstellen lassen, der bürokratische Aufwand ist hier höher. Oder du bist ein so genannter Bildungsinländer und hast eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung erworben. Weiterhin ist die Form deines Studiums entscheidend. Für ein Zweit- oder Promotionsstudium gelten andere Konditionen. Auch bei Langzeitstudenten kann ein Kredit abgelehnt werden. Außerdem solltest du dir mit deinem Studienfach sehr sicher sein. Denn nach einem Abbruch des Studiums ist eine sofortige Tilgung des Kredites fällig.

Die wichtigsten Voraussetzungen sind demnach:

  • dein Alter
  • deine Staatsbürgerschaft
  • die Form des Studiums
  • kein Studienabbruch

Beratung

Die wenigsten Studienanfänger kennen sich mit Finanzierungsmöglichkeiten gut aus. Deshalb solltest du dich in keinem Fall nur auf Internetrecherche oder dein Bauchgefühl verlassen, sondern eine Beratung in Anspruch nehmen. Zunächst solltest du mit deinen Eltern abklären, ob es wirklich keine alternative Finanzierungsmöglichkeit für dein Studium gibt. Wenn du dich dann dafür entschieden hast, einen Kredit zu beantragen, suche eine unabhängige Beratungsstelle, wie zum Beispiel das Studentenwerk auf. Hier wirst du kostenlos informiert und kannst zusammen mit Experten verschiedene Angebote vergleichen. Beginne zudem rechtzeitig mit deiner Planung, denn allein bis dein Antrag auf einen Kredit angenommen wurde können bis zu drei Monate vergehen.

Die wichtigsten Stufen in der Beratung sind also:

  • Finanzierungsalternativen
  • professionelle Beratung (z.B. beim Studentenwerk)
  • rechtzeitige Planung

Die Höhe des Kredites

Bevor du einen Kredit beantragst, musst du natürlich wissen, wie viel Geld du beantragen musst. Dazu ist es erforderlich, dass du nicht einfach abschätzt, wie viel Geld wohl ausreichen würde, sondern genau ausrechnest, wie hoch deine Kosten sind. An erster Stelle stehen die Fixkosten. Mit Fixkosten sind hier die Summen gemeint, die jeden Monat konstant anfallen, wie z.B. die Miete, Krankenversicherung oder auch der Handyvertrag. Dazu kommen die variablen Kosten, wie für Lebensmittel oder die Freizeitgestaltung. Auch diese solltest du in etwa kalkulieren können. Dabei hilft beispielsweise ein Haushaltsbuch, in dem du deine Ausgaben protokollierst. Einen kleinen Puffer solltest du zudem immer draufrechnen, falls unerwartete Kosten anfallen. Die Höhe deines Kredites kannst du im Notfall jedoch auch noch jedes Semester variieren.

Bestimme deine Kredithöhe also durch:

  • die Fixkosten
  • die variablen Kosten
  • einen kleinen Puffer

Die Konditionen und Kreditgeber

Die Wahl deines Kreditinstituts solltest du sorgfältig treffen und immer das Kleingedruckte mitlesen. Sonst läufst du Gefahr, dich zu überschulden und später in Rückzahlungsbedrängnis zu kommen. Vergleiche also die verschiedenen Anbieter hinsichtlich:

  • der Höhe der Auszahlung, die geleistet werden kann
  • die Dauer der Förderung
  • der Höhe der Zinsen, die du zahlen musst
  • wie lange du Zeit hast, um den Kredit zurückzuzahlen
  • ob Rückzahlungspausen eingerichtet werden können

Die meisten Studenten mit einem Studienkredit haben dieser bei der staatlichen Förderbank KfW (Kreditanstalt für den Wiederaufbau). Dies liegt zum einen an dem vergleichsweise niedrigen Zinssatz und den Regelungen für die Rückzahlung. Jedoch hat jeder Student individuelle Voraussetzungen und Ansprüche, weshalb auch ein Kredit bei einem anderen Kreditinstitut in Frage kommen kann.

Unterlagen zur Beantragung

Zur Bewilligung eines Studienkredites müssen bei der Bank zahlreiche Unterlagen eingereicht werden. Im Falle der KfW geschieht die Abwicklung über einen ihrer Vertriebspartner. Dazu zählen sowohl Banken als auch Studentenwerke. Bei der Antragstellung sind neben dem Vertragsangebot einzureichen:

  • eine gültige Studienbescheinigung

  • ein amtliches Ausweisdokument

  • bei ausländischen Studierenden eine zusätzliche Bescheinigung zur Aufenthaltsberechtigung

  • ein Nachweis über eine eigene, bereits bestehende Kontoverbindung

  • bei einer Förderung eines postgradualen Studiums ein Nachweis des bereits erbrachten akademischen Abschlusses

Im Verlauf des Studiums können zudem weitere Unterlagen, wie etwa einmalige Leistungsnachweise, angefordert werden.

Fazit:

Ein Studienkredit kann dir die Finanzierung deines Studiums ermöglichen. Dabei sind jedoch einige Dinge zu beachten:

  • die Voraussetzungen (Alter, Staatsbürgerschaft, Form des Studiums, kein Studienabbruch)
  • die Beratung (professionelle Beratung durch das Studentenwerk in Anspruch nehmen und rechtzeitig mit der Planung beginnen)
  • die Höhe des Kredites (kalkuliere deine Fixkosten, variablen Kosten und rechne mit zusätzlich anfallenden Investitionen)
  • die Konditionen der Kreditinstiute (vergleiche im Hinblick auf die Zinsen, die Höhe der Förderung, Dauer der Förderung, die Rückzahlungskonditionen)
  • die Unterlagen bei der Antragstellung (stelle Studienbescheinigung, Ausweis, Nachweis über ein Konto und evtl. eine Bescheinigung über deinen Abschluss zusammen).

Dann steht einer Förderung durch einen Studienkredit nichts mehr im Wege!

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