Seminarprotokoll und Co. verfassen

Protokoll - Mit der richtigen Struktur schnell erledigt

Protokolle erleichtern das universitäre Leben ungemein. Besonders das Seminarprotokoll begegnet den meisten Studenten sehr häufig. Da sich deine Kommilitonen auf deine Fähigkeiten verlassen, solltest du deine Rolle als Protokollant sehr ernst nehmen. Mache dir sorgfältige Notizen und nimm dir genug Zeit, um das ganze sinnvoll und übersichtlich zu gliedern.

Das Ziel des Seminarprotokolls

Das fertiggestellte Protokoll sollte alle wichtigen Einzelheiten der Vorlesung enthalten. Die Zuhörer sollen die Chance bekommen, die Veranstaltung nachträglich rekapitulieren und sich adäquat auf die Prüfung vorbereiten zu können. Selbst Studenten, die der Veranstaltung nicht beigewohnt haben, sollen jede wichtige Information mitbekommen. Die Kunst liegt darin, Wichtiges von Nebensächlichen zu trennen, um Übersichtlichkeit zu gewährleisten.

Der Aufbau eines Seminarprotokolls

Struktur bedeutet Übersichtlichkeit und hilft überdies beim Verfassen des Protokolls. Arbeite die einzelnen Punkte konzentriert und Schritt für Schritt ab.

1. Der Protokollkopf

Hier befinden sich:

  • Datum, Beginn und Ende der Veranstaltung
  • Teilnehmer und Abwesende
  • Dein Name
  • Der Name deines Dozenten
  • Der Name deiner Universität
  • Die korrekte Bezeichnung deines Studiengangs inklusive des aktuellen Semesters
  • Das Thema

2. Die Gliederung

Natürlich nur, wenn eine vorhanden ist. Sie erleichtert die Orientierung im Dokument erheblich.

3. Die knappe und sachliche Darstellung der

  • Lerninhalte
  • Arbeitsschritte
  • Fragestellungen
  • Ereignisse

4. Nennung der noch offenstehenden Fragen

5. Der Anhang

  • Tafelbilder
  • ausgeteilte Dokumente
  • Thesenpapiere

6. Deine Unterschrift

Formalitäten

In einem Protokoll geht es nicht um deine persönliche Einstellung zu einem Thema. Du solltest demnach auf eine neutrale Ausdrucksweise achten, um die Ereignisse möglichst lückenlos und chronologisch zu notieren. Eine stichpunktartige Wiedergabe kann daher hilfreich sein, um unübersichtliche Sätze zu vermeiden. Stelle die Sachverhalte objektiv dar. Die korrekte Zeitform für dein Protokoll ist immer das Präsens, Begründungen werden im Konjunktiv wiedergegeben. Von dir eingefügte Erklärungen sollten mit Klammern gekennzeichnet werden. Sie sind kein direkter Bestandteil des Protokolls und sollten sorgfältig recherchiert sein, sowie mit einem Quellenverweis als externe Quelle gekennzeichnet werden.

Selbstkontrolle

Nach jedem Abschnitt solltest du dir selbst die Frage stellen, ob jeder Anwesende und auch Abwesende dein Protokoll gedanklich nachvollziehen können. Wertende Adjektive und Adverbien (z.B l”leider” oder “glücklicherweise”) sind Anhaltspunkte dafür, dass du in einem Abschnitt zu subjektiv protokolliert hast. Auch eine zu wortwörtliche Darstellung der Sachverhalte neigt zur Unübersichtlichkeit. Überlege dir also immer, wie du dich am erfolgreichsten knapp und sachlich ausdrücken kannst.

Noch mehr Protokolle

Verlaufsprotokoll

Das Verlaufsprotokoll ähnelt dem Seminarprotokoll sehr stark: Es soll eine knappe und sachliche Darstellung der Beschlüsse und wie es dazu gekommen ist bereitgestellt werden. Solche Protokolle sind vor allem bei Vereinssitzungen beliebt und erfordern neben deiner Unterschrift noch die des Vorsitzenden.

Ergebnisprotokoll

Wie der Name schon sagt stehen in dieser Art von Protokoll die konkreten Ergebnisse und Beschlüsse im Vordergrund. Redebeiträge werden nicht gesondert wiedergegeben, sondern nach Themenbereichen zusammengefasst. Daraus ergibt sich eine logische und nicht chronologische Reihenfolge der Kernaussagen, die immer im Präsens genannt werden.

Spezielle Formen

Das wörtliche Protokoll und das Gedächtnisprotokoll werden in der Schule und Universität wohl kaum genutzt. Trotzdem wollen wir sie nicht ganz unbeachtet lassen. Beim wortwörtlichen Protokoll ist neben der üblichen Formalien natürlich zunächst auf die exakte Wiedergabe des Wortlauts zu achten. Die korrekten Zitierregeln müssen dabei besonders beachtet werden: Alle Aussagen müssen den richtigen Personen zugeordnet werden können. Ein Gedächtnisprotokoll wird erst nach der Veranstaltung erstellt. Stichwortartig wird der Verlauf aus der Erinnerung wiedergegeben, Ergebnisse von Abstimmungen etc. werden exakt genannt. Ein solches Protokoll hat kaum Beweiskraft und wird dementsprechend selten genutzt.  

Fazit

Ein gut gemachtes Protokoll bringt nur Vorteile. Auch wenn du einmal nicht die Zeit hast, eine Veranstaltung zu besuchen, kannst du dir bei der Nachbereitung sicher sein, alle Informationen erhalten zu haben. Mache dir am besten eine Liste mit wichtigen Punkten, die du dann bei Verfassen des Protokolls abhakst:

  • Protokollkopf
  • Thema und Gliederung
  • Chronologische Darstellung
  • Anhang
  • Unterschrift
  • Selbstkontrolle: Präsens? Konjunktiv? Sachlich und neutral? Verständlich? Übersichtlich?

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