Exmatrikulation

Das Ende deines Studiums, oder?

Eine Zwangsexmatrikulation klingt alles andere als gut. Obwohl sie einen in den meisten Fällen nicht überrascht, weiß man doch nicht sofort, wie man mit ihr umgehen soll. Ob man ausstehende Studiengebühren nicht beglichen hat, oder andere offene Rechnungen gegenüber der Hochschule vorliegen, ob man vergessen hat in die Krankenkasse einzuzahlen, einem Kommilitonen Gewalt angedroht oder Veranstaltungen behindert hat - dies alles sind Gründe für eine Zwangsexmatrikulation.

In den meisten Fällen heben Universitäten die Exmatrikulation wieder auf, wenn die ausstehenden Beiträge beglichen und eine Bearbeitungsgebühr bezahlt wurde. Im Fall von der Zwangsexmatrikulation wegen falschem Verhalten solltest du einen Anwalt aufsuchen. In manchen Fällen kann eine Zwangsexmatrikulation auch erfolgen, wenn du immer wieder Prüfungen aufschiebst oder nicht bestehst.     

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Der erste Schritt

Solltest du deinen Studentenstatus verloren haben, lohnt ein Besuch beim Arbeitsamt, denn mit der Exmatrikulation fallen natürlich auch staatliche Zuschüsse, wie BaföG, weg. Dafür stehen dir Leistungen zur “Unterstützung der Sicherung des Grundbedarfs” zu. Solltest du während deines Studiums gejobbt haben, musst du nun außerdem mit höheren Steuer- und Sozialversicherungsbeiträgen als bisher rechnen.

Ein weiterer Punkt, der beachtet werden muss, ist deine Wohnsituation. In einem Studentenwohnheim dürfen nur ordentlich eingeschriebene Studenten wohnen. Solltest du in einem solchen wohnen, kümmere dich rechtzeitig um eine neue Bleibe!

Der zweite Schritt

Sobald deine Finanzen und deine Wohnsituation geklärt sind, solltest du nach den tiefergehenden Gründen deiner Exmatrikulation suchen. Unterstützung findest du bei zentralen Studienberatungsstellen. Willst du überhaupt studieren, oder wäre eine Ausbildung vielleicht sinnvoller? War es die richtige Fachrichtung? Welche Ausbildungen gibt es überhaupt? Der Berater kann dir viele neue Möglichkeiten aufzeigen und dir beim Umdenken helfen.

Zwischenschritt

Wenn du zwangsexmatrikuliert wurdest und dennoch weiter studieren möchtest, ist das in vielen Fällen möglich. Bei einer leistungsbedingten Zwangsexmatrikulation bist du nur für dein bisheriges Studienfach gesperrt. Es lohnt sich aber, in der gleichen Fachrichtung nach Alternativen zu suchen. Oftmals kannst du dir bei der erneuten Immatrikulation bereits erbrachte Studienleistungen anrechnen lassen.

Wenn du fest davon überzeugt bist, dass deine Erstwahl die richtige für dich war und du unbedingt das gleiche Fach weiterstudieren möchtest, bleibt dir nichts anderes übrig, als es im Ausland zu probieren. Denn wenn du an einer Universität in Deutschland für ein Fach gesperrt wurdest, darfst du dieses bundesweit nicht mehr studieren. Überlege dir aber zuerst, ob du das Studium im Ausland packst, oder es wahrscheinlicher ist, dass du wieder an den Prüfungsleistungen scheiterst.

Der dritte Schritt

Du hast dich dagegen entschieden, dein Studium in irgendeiner Form wieder aufzunehmen und strebst jetzt eine Ausbildung an? Mit der Hilfe von der Beratungszentrale der Uni und der Bundesagentur für Arbeit wirst du sicherlich etwas passendes für dich finden. Auch bei Ausbildungen, die mit deinem bisherigen Studienfach verwandt sind, kannst du dir häufig erbrachte Leistungen anrechnen lassen und dadurch die Ausbildungszeit verkürzen.

Für deine weitere berufliche Laufbahn ist ein Studienabbruch noch lange kein K-.O.-Kriterium. Wichtig ist, dass du den Fokus bei deiner Bewerbung auf das legst, was du während deines Studiums gelernt hast. Gründe für die Zwangsexmatrikulierung kannst du auf einer Extraseite der Bewerbung beilegen. Dabei solltest du das Wort Zwangsexmatrikulierung vermeiden und deinen Wunsch nach einer Umorientierung und praxisnahen Herausforderungen betonen.

 

Fazit: Eine Zwangsexmatrikulation bedeutet noch lange nicht das Ende der Welt. Gehe folgendermaßen vor:

  • Kümmere dich um deine Finanzen und deine Wohnsituation
  • Gehe den Gründen auf die Spur
  • Willst du weiter studieren? Dann bewirb dich für ein neues Fach!
  • Willst du eine Ausbildung anfangen? Die Agentur für Arbeit hilft dir dabei!
  • Nutze den zweiten Versuch

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