Der Boreout

Wenn Langeweile und Unterforderung krank machen

Immer mehr Menschen fühlen sich am Arbeitsplatz unterfordert oder gelangweilt. Die Folge: im Gegensatz zu überarbeiteten Kollegen mit dem Burnout Syndrom erkranken die Betroffenen aufgrund von mangelnder Beschäftigung am Boreout. Auch im Studium kann man vom Boreout betroffen sein. Deshalb klären wir im folgenden Artikel:

  • Definition: Was ist ein Boreout?
  • Symptome: Wodurch zeigt sich ein Boreout?

  • Ursachen: Woher kommt der Boreout und wer ist besonders gefährdet?

  • Maßnahmen: Was kann man gegen einen Boreout tun?

  • Vorbeugung: Wodurch kommt es erst gar nicht zu einem Boreout?

Was ist der Boreout?

Das Burnout Syndrom ist den meisten mittlerweile geläufig - Leistungsträger leiden unter Stress aufgrund von enormem Arbeitsaufwand. Der Boreout stellt den Gegenpol zum Burnout dar, ist jedoch nicht zu unterschätzen.

Menschen mit dem Boreout leiden unter chronischer Langeweile und Unterforderung am Arbeitsplatz. Laut einer Studie der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) betrifft dieses Phänomen aktuell über zehn Prozent der Arbeitnehmer.

Welche Symptome zeigen sich bei einem Boreout?

Die körperlichen und emotionalen Auswirkungen eines Boreouts sind durchaus mit denen eines Burnouts zu vergleichen. Betroffene fühlen sich niedergeschlagen, antriebslos, haben Schlafprobleme und fühlen sich wertlos. Da sie auf der Arbeit nicht viel leisten müssen, erhalten sie keine Anerkennung und bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Sie entwickeln ein zunehmendes Desinteresse an der eigenen Arbeit und resignieren irgendwann. Dazu kommt der Stress, dass die Betroffenen ihre Langeweile am Arbeitsplatz kaschieren müssen. Damit nicht der Verdacht aufkommt, dass ihr Arbeitsplatz überflüssig sei, ziehen sie Aufgaben oft unnötig in die Länge, tippen wahllos in Dokumenten herum und machen teilweise sogar Überstunden. In unserer Leistungsgesellschaft ist Nichts-Tun verpönt, deshalb tun die Arbeitnehmer alles, damit ihre Untätigkeit nicht auffällt.

Auch im Studium kann zunehmende Langeweile und Unterforderung zu einem Boreout führen, wenn man sich mit seinem Fach nicht richtig identifiziert oder denkt, mehr leisten zu können. Die körperlichen Folgen des psychischen Stresses können Depressionen, Herz-Kreislauf Erkrankungen oder chronische Verspannungen sein. Boreout Betroffene sollten nicht als faul abgestempelt werden, schließlich würden sie gerne mehr leisten, bekommen aber keine Gelegenheit dazu.

Mache hier den Check, ob du von einem Boreout betroffen sein kannst: http://www.focus.de/finanzen/karriere/berufsleben/worklife/tid-6760/bore-out_aid_65675.html

Was sind die Ursachen für den Boreout und wer ist besonders gefährdet?

Besonders Bürojobs oder Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor sind vom Boreout betroffen. In handwerklichen Berufen kann man nicht vortäuschen, beschäftigt zu sein. Auch Selbstständige fühlen sich kaum unterfordert oder gelangweilt, schließlich sind sie für sich selbst verantwortlich. Im Büro hingegen kann es durch falsche oder zu wenig Aufgaben schneller zum Boreout kommen, auch da durch Softwares den Arbeitern mittlerweile vieles abgenommen wird.

Im Studium können vor allem fehlende Identifikation mit dem Fach oder eintönige Veranstaltungen zum Boreout führen.

Maßnahmen gegen den Boreout

1. Einsicht

Sich einzugestehen oder sogar vor anderen preiszugeben, dass man zu wenig zu tun hat, ist in Zeiten in denen Stress ein Statussymbol ist, nicht gerade leicht. Trotzdem ist die Reflexion der eigenen Situation der erste Schritt zur Besserung. Man sollte sich selbst Fragen stellen wie:

Habe ich genug zu tun? Bin ich ausgelastet und gefordert? Bekomme ich Anerkennung für meine Arbeit? Habe ich Spaß und bin interessiert an dem, was ich tue?

2. Eigeninitiative

In erster Linie ist man selbst dafür verantwortlich, an seiner Situation etwas zu verändern. Suche deshalb das Gespräch mit Vorgesetzten oder Dozenten, bitte um neue Aufgaben oder überlege dir selbst, an welcher Stelle du dich mehr einbringen kannst. So wirst du auch nicht als fauler oder untätiger Arbeitnehmer wahrgenommen, sondern als engagiert und fleißig.

3. Hilfe suchen

Wenn sich die Situation auf der Arbeit nicht verbessert, scheue nicht, auch bei einem Boreout professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychologen beraten und helfen, wenn man sich nutzlos und chronisch unterfordert fühlt. Mit Berufsberatern können zudem neue Perspektiven für das Arbeits- und Studienleben erörtert werden.

4. Kündigung/Studienwechsel

Gibt es an deinem aktuellen Arbeits- oder Studienplatz keine Möglichkeit der Umgestaltung, solltest du im Notfall kündigen oder dein Studienfach wechseln. Das erfordert natürlich Mut, aber in einem anderen Job oder in einer anderen Studienrichtung kannst du deinen eigenen Erwartungen eventuell besser gerecht werden.

Vorbeugung gegen einen Boreout

Den Grundstein für deine berufliche Zukunft legst du selbst mit deiner Ausbildung oder deinem Studium. Entscheide dich also von Anfang an für eine Richtung, die dich wirklich interessiert und wo du dir vorstellen kannst, dein Leben lang darin zu arbeiten. Fachliche Identifikation ist das A und O für ein ausgefülltes Arbeitsleben. Wenn man bereits im Studium Langeweile oder Desinteresse für die Inhalte verspürt, wird es im Beruf später höchstwahrscheinlich nicht anders aussehen. Gute Bezahlung sollte nicht deine einzige Motivation für einen Job sein, sondern aufrichtiges Interesse daran.

Fazit:

Neben dem Burnout mach nun auch das Boreout durch krankhafte Langeweile und Unterforderung die Runde. Die psychischen und physischen Folgen können hier ähnlich verheerend sein, Depressionen sind nicht selten. Besonders gefährdet sind Arbeitnehmer in Bürojobs mit zu wenig oder eintönigen Aufgaben, sowie Studenten, die sich mit ihrem Studienfach nicht richtig identifizieren können. Deshalb legt die richtige Studienwahl bereits den Grundstein für ein glückliches Arbeitsleben. Im Falle eines Boreouts sollte man sich diesen zunächst selbst eingestehen, durch Eigeninitiative eine Verbesserung anstreben, professionelle Unterstützung suchen und im Notfall den Job oder das Studienfach wechseln.

 

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