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Der 450-Euro-Job

Jobs auf 450 Euro Basis. Das musst du wissen.

Der 450-Euro-Job (Minijob)

Millionen Deutschen sichert der 450-Euro-Job ein komfortables Zubrot – bei älteren Arbeitnehmern in der Regel als Zusatzjob, bei Studierenden nicht selten als Erstjob. Die Beliebtheit des Modells gründet bei Arbeitnehmern in erster Linie auf der Befreiung von allen Sozialversicherungspflichten. Und auch sonst haben 450-Euro-Jobs für Studenten eine Menge Vorteile. Aber aufgepasst: Es gibt einige Regeln, ohne deren Beachtung Steuern und Sozialabgaben schnell zum Strich durch die Rechnung werden können.

Der Minijob heißt seit dem 01. Januar 2013 nicht mehr 400-Euro-, sondern 450-Euro-Job. Grund hierfür ist eine entsprechende Anhebung der Verdienstgrenze von 400 auf ebenjene 450 Euro im Monat. Begründet wurde diese Neuregelung mit der Notwendigkeit einer Adaption geringfügig entlohnter Beschäftigungen an die allgemeine Lohnentwicklung in Deutschland. Zugleich wurde auch die Verdienstgrenze des Midijobs von 800 auf 850 Euro erhöht.

Was gilt es zu beachten?

  • Eine Dauerbeschäftigung mit einem Verdienst von 450 Euro im Monat gilt als Minijob.
  • Ein Minijob ist nicht an eine wöchentliches bzw. monatliches Stundenfixum gebunden
  • Jeder potenzielle Arbeitnehmer in Deutschland kann eine oder mehrere geringfügige Beschäftigungen aufnehmen
  • Das Gesamteinkommen aller geringfügig bezahlten Jobs darf die Grenze von 450 Euro pro Monat nicht überschreiten
  • Arbeitsrechtlich hat der Minijobber dieselben Rechte und Pflichten wie ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer (Gleichbehandlungsgrundsatz)
  • Sozialversicherungspflicht besteht für Minijobber nicht (auch Beiträge zur Rentenversicherung können umgangen werden)

Studentisches Verdienstniveau passt ins 450-Euro-Schema

Zwar sind längst nicht alle Studenten auf 450-Euro-Basis beschäftigt. Auffällig ist aber doch, dass – rein finanziell gesehen – im laufenden Semester gut 80 Prozent der arbeitenden Hochschülerinnen und Hochschüler ganz gut ins Gehaltsschema der Minijobs passen (würden). So haben laut unserer Studie „Fachkraft 2020“ in der Vorlesungszeit des Sommersemesters 2012 rund 30 Prozent der Befragten Werkstudenten zwischen 300 und 400 Euro pro Monat verdient. Im Korridor zwischen 0 und 400 Euro fanden sich annähernd 80 Prozent der Befragten wieder. Weitere 6 Prozent gaben an, zwischen 400 und 500 Euro pro Monat verdient zu haben.

Was ist ein 450-Euro-Job und wer darf einen solchen annehmen?

Jeder potenzielle Arbeitnehmer kann beliebig viele 450-Euro-Jobs ausüben. Das Gesamteinkommen aller geringfügig bezahlten Jobs darf dabei die Grenze von 450 Euro pro Monat nicht überschreiten (respektive 5.400 Euro pro Jahr). Doch aufgepasst: Die Überschreitung geschieht oft schneller als gedacht, da bestimmte Sonderzahlungen, sogenannte „vorhersehbare Posten“ wie Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld, auf den Gesamtlohn angerechnet werden. Verdient man hingegen aufgrund von Mehrarbeit, z. B. durch den Ausfall eines Kollegen, mehr Geld, wird dies nicht angerechnet. Eine solche „unvorhersehbare Überschreitung“ ist allerdings nur zwei Monate pro Jahr erlaubt.

Steuerliche Abgaben beim Minijob

Studierende, die ausschließlich geringfügig beschäftigt sind und regelmäßig nicht mehr als 450 Euro (Achtung! BAföG-Empfänger nicht mehr als 400 Euro) verdienen, sind im Regelfall von der Zahlung von Steuern und Beiträgen zur Sozialversicherung befreit. Seit Januar 2013 gibt es mit Bezug zur Rentenversicherung eine neue Regelung für Minijobber, da diese seither de facto rentenversicherungspflichtig sind und einen Anteil von 3,9 % des Gehaltes abtreten müssten. Jedoch: Wer diese Klausel zur Rentenversicherung ausdrücklich ablehnt, kann sich davon befreien lassen. Außerdem sind von der Rentenversicherung automatisch diejenigen befreit, die bereits vor dem 1.Januar 2013 einen 400-Euro-Job hatten und diesen auch so beibehalten haben.

Vorteile der Rentenversicherung im Minijob

Wer sich in einem Job auf 450-Euro-Basis von den Beiträgen zur Rentenversicherung (3,9 % des Gehaltes) nicht befreien lässt, erfüllt automatisch und zugleich vollumfänglich so genannte Pflichtbeitragszeiten, was gerade perspektivisch sehr von Vorteil sein kann. Denn: Trotz des vergleichsweise geringen Beitragssatzes erfüllen die Rentenzahlungen von Minijobbern alle notwendigen Kriterien, um im Sinne der Einhaltung von beruflichen Mindestversicherungszeiten als vollwertig durchzugehen. Das heißt unter anderem:

  • Versicherungszeiten über Minijobs führen zu einem früheren Renteneintritt
  • Ansprüche auf medizinische Leistungen und Rehabilitationsmaßnahmen werden (früher) wirksam
  • der Rentenanspruch erhöht sich automatisch, da das Entgelt eines Minijobs in voller Höhe in die Rentenberechnung einfließt

Insofern sei jedem Arbeitnehmer mit einem 450-Euro-Job geraten, sich den langfristigen Verzicht auf die zuletzt genannten Aspekte zugunsten kurzfristiger Ersparnisse bei den Lohnabzügen gut zu überlegen. Wirklich ratsam ist es nicht.

Regelungen im Praktikum

Ein Praktikum vermittelt Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen im Rahmen einer Berufsausbildung. Es gilt daher als Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung und ist grundsätzlich versicherungspflichtig. Ausnahmen: Wenn du innerhalb deines Studiums ein vorgeschriebenes Praktikum machst, bist du komplett versicherungsfrei und musst keine Beiträge leisten. Wochenarbeitszeit und Höhe des Verdienstes sind unerheblich. Ein freiwilliges Praktikum im Studium, bei dem du nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienst, gilt als Minijob. Die wöchentliche Arbeitszeit spielt dabei ebenfalls keine Rolle.

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Facts zum 450 € Job

  • die meisten Studenten verdienen zwischen 300 und 400 Euro pro Monat
  • Achtung! BAföG-Verdienstgrenze niedriger als Minijob
  • Minijobber genießen Sozialversicherungsfreiheit
  • 450-Euro-Jobs sind nicht an Stundenkontingente gebunden
  • Annahme mehrerer Minijobs jederzeit möglich
  • Rentenversicherungsbeiträge ausdrücklich ablehnen 

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