Die Lohnsteuer

Auf die Lohnsteuer würden viele Arbeitnehmer liebend gern verzichten. Dennoch ist sie aus gutem Grund unumgänglich, da beträchtliche Teile des öffentlichen Haushaltes daraus hervorgehen. So sprudelten über die gesamtdeutschen Lohnsteuerzahlungen des Jahres 2012 rund 150 Milliarden Euro in die Bundeskasse – ein wuchtiger Betrag also, an dem zahlreiche Studenten freilich nicht aktiv beteiligt sind. Der Grund: Jährliche Verdienste von unter 8.352 Euro bleiben von Lohnsteuerzahlungen befreit.

Mit einem voll ausgeschöpften 450-Euro-Job beispielsweise kommt man längst nicht an diese Verdienstgrenze, und auch bei Midi-Jobs (bis 850 Euro pro Monat) kann mit entsprechendem Stundenkalkül dafür gesorgt werden, dass man unter der Lohnsteuerschwelle bleibt. Basis für die Erhebung von Lohnsteuern war bis 2010 die Lohnsteuerkarte, die jährlich beim Arbeitgeber zu hinterlegen war. Seit 2011 findet die Bemessung elektronisch statt, wobei die meisten Arbeitgeber den steuerlichen Status Quo einmal pro Jahr per Mail oder postalisch an ihre Arbeitnehmer übermitteln (Angaben benötigt für Lohnsteuerjahresausgleich).

Kein Sonderstatus für Studenten

Studierende nehmen in steuerlichen Belangen keinen Sonderstatus ein, sondern werden genauso behandelt, wie es bei „normalen“ Arbeitnehmern der Fall ist. Da Studenten in der Regel ihren Job auf Lohnsteuerklasse 1 abrechnen, sind bis zu 889 Euro im Monat lohnsteuerfrei. Doch aufgepasst: Wer mehrere Jobs gleichzeitig hat, wird automatisch anders besteuert. Erstjob wie beschrieben über Lohnsteuerklasse 1, Zweitjob über die deutlich höher besteuerte Klasse 6. Man sollte in diesem Fall darauf achten, dass man bei dem Arbeitgeber mit dem höheren Verdienstvolumen die niedrigere Steuerklasse angibt.

Fakten zur Lohnsteuer:

  • Studenten haben keinen steuerlichen Sonderstatus
  • Steuerfreibetrag für alle Arbeitnehmer seit 2014 bei 8.352 Euro p.a.
  • Parallele Jobs werden unterschiedlich besteuert (Klasse 1 und 6)
  • Lohnsteuererfassung seit 2011 elektronisch (ohne die altehrwürdige Lohnsteuerkarte)
  • Bis Mai des Folgejahres ist der Lohnsteuerjahresausgleich beim örtlichen Finanzamt einzureichen (optional elektronisch über ELSTER-online)

Lohnsteuerjahresausgleich

Zuviel gezahlte Beträge können über den Lohnsteuerjahresausgleich zurückerlangt werden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn im abgelaufenen Kalenderjahr weniger als der oben genannte Steuerfreibetrag erwirtschaftet wurde oder das zu versteuernde Gesamteinkommen über Werbungskosten wie Fahrtkosten, Fachliteratur, Studiengebühren und andere Sonderausgaben entsprechend gemindert werden kann. Der Pauschalbetrag liegt hier aktuell bei 1.000 Euro pro Jahr, darüber hinausreichende Kosten sind per Beleg auszuweisen (sammeln!).

Finanzamt hilft

Wer Probleme mit dem Ausfüllen der Bögen zur Einkommenssteuererklärung hat, sollte einfach zum zuständigen Finanzamt gehen und sich gleich vor Ort beraten lassen. Man wird in der Regel überrascht sein, wie bereitwillig die Mitarbeiter bei der Klärung bestehender Fragen behilflich sind. Zudem gibt es (theoretisch) die Möglichkeit, einen Steuerberater zu konsultieren (gegen Bezahlung natürlich) oder aber auf die Dienste eines lokalen Lohnsteuerhilfevereins zurückzugreifen – gegen Bezahlung einer jährlichen Gebühr (deutlich günstiger als die Beauftragung eines Steuerberaters).

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Elektronische Steuererklärung - https://www.elsteronline.de/eportal/Oeffentlich.tax

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