Das Motivationsschreiben

Motivationsschreiben

Eine der optionalen Komponenten einer Bewerbung ist das Motivationsschreiben.Immer öfter hat es sich inzwischen als sogenannte “Dritte Seite“ eingebürgert – nach dem Anschreiben und dem Lebenslauf. Im Motivationsschreiben geht es vor allem darum, sich als geeigneten Bewerber für die ausgeschriebene Stelle zu präsentieren.
Zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird man aufgrund der Fakten, die der Personaler aus der Bewerbung heraus liest. Im Bewerbungsschreiben hat man die Chance, diese Fakten in einen persönlichen Rahmen einzufügen. Es geht dabei also nicht um eine reine Aufzählung der Fakten des Lebenslaufs, sondern um ein engagiertes Schreiben, das die ganz persönliche Eignung herausstellt und kommuniziert. Auch Sympathie und ein guter Schreibstil spielen im Motivationsschreiben eine Rolle.

Die Abgrenzung vom Anschreiben

Man sollte darauf achten, dass man sich auf der Dritte Seite nicht wiederholt. Hat man bereits ein sehr ausführliches Anschreiben verfasst, muss man sich gut überlegen, ob man überhaupt noch genügend weitere Informationen für ein Motivationsschreiben hat. Oder man teilt das Anschreiben und das Motivationsschreiben inhaltlich auf, indem man ersteres vor allem als informativen Teil nutzt – zum Beispiel auf welche Stelle man sich genau bewirbt und wie man davon erfahren hat. Und im Motivationsschreiben erläutert man dann seinen bisherigen Werdegang mit seiner Motivation und Eignung für den angestrebten Job. Auch die Wichtigkeit und Größe des Jobs, entscheidet ob ein Motivationsschreiben zusätzlich zum Anschreiben angemessen ist oder ob die Motivation auch in einem ausführlicheren Anschreiben untergebracht werden kann.

Format und Aufbau Ihres Motivationsschreibens

Das Motivationsschreiben sollte eine Länge von einer DinA4 Seite nicht übersteigen und in derselben Schriftart und Formatierung verfasst sein wie das Anschreiben. Mit einer Adress- und einer Betreffszeile macht man das Motivationsschreiben als Motivationsschreiben kenntlich.
Das Schreiben lässt sich in drei Teile gliedern: Einstieg, Mittelteil und abrundender Abschluss. Der Einstieg sollte den Leser dazu ermutigen, das Motivationsschreiben weiter zu lesen, daher sind ausgenudelte einleitende Sätze wie „Hiermit möchte ich mich auf die Stelle Soundso bewerben“ eigentlich passé. Eine interessanten Beschreibung der eigenen Person oder dem speziellen Interesse an diesem Unternehmen, ist da besser geeignet. Der erste Satz sollte sich schließlich von den ersten Sätzen der anderen Bewerber unterscheiden. Aber in der Kürze liegt die Würze, daher sind verschachtelte Bandwurmsätze keine gute Wahl
Im Mittelteil formuliert man dann, was man dem Unternehmen zu bieten hat und weshalb der Personaler einen auf keinen Fall unberücksichtigt vorbeiziehen lassen sollte. Hier sollte man natürlich nicht einfach noch mal die Punkte wiederholen, die bereits im Lebenslauf genannt wurden, sondern genau diejenigen herausgreifen, die für die ausgeschriebene Stelle relevant sind. Wichtig ist auch, dass man zum Ausdruck bringt, dass man sich bereits ausführlich mit dem Unternehmen und seinen Anforderungen auseinandergesetzt hat. Es wird den Personaler positiv stimmen, wenn der Bewerber bereits weiß, auf welche Aufgabenbreiche er sich im neuen Job einstellen muss.
Im Schlussteil kann man einen Ausblick auf den weiteren Bewerbungsprozess anklingen lassen, zum Beispiel, dass man sich über eine Einladung zum Bewerbungsgespräch freuen würde oder gerne Einblicke in das Unternehmen gewinnen würde.
Die Abschnitte voneinander abzutrennen sorgt dafür, dass das Schreiben angenehm zu lesen ist. Gern gesehen sind auch thematische Überschriften innerhalb des Schreibens. So kann man beispielsweise einen ersten Abschnitt mit dem Inhalt, „warum man sich bewirbt“, einen zweiten Abschnitt „zur eigenen Person“ und einen dritten Abschnitt mit den „Punkten, die man für wichtig hält“ schreiben.

Die Falle Motivationsschreiben

Was wichtig zu wissen ist, ist, dass man aufpassen sollte, dass man sich mit dem Motivationsschreiben nicht selbst ein Bein stellt. Viel häufiger dienen Motivationsschreiben dem Personaler dazu, eine Person wieder auszusortieren, als die Überzeugung zu steigern – wenn das Motivationsschreiben nicht gut formuliert ist. Sich selbst über den grünen Klee zu loben kommt ebenso wenig gut an wie ein Motivationsschreiben nur um des Motivationsschreibens willen. Ein Motivationsschreiben ist keine Pflicht! Wenn man sich also für eine Dritte Seite entscheidet, sollte man sich besondere Mühe geben, denn andernfalls sollte man sie lieber ganz weglassen. Auf keinen Fall sollte man ein Standardschreiben schicken, sondern jedes Motivationsschreiben individuell auf das Unternehmen zuschneiden.


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